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Baia: Das versunkene Las Vegas des Römischen Reiches

Am nordwestlichen Rand des Golfs von Neapel befindet sich ein Ort, der in der römischen Antike für seine ausschweifenden Exzesse bekannt war: Baia. Der Großteil der antiken Stadt liegt versunken im Meer in einer Tiefe von durchschnittlich sechs Metern.  

Baia: Antiker Treffpunkt der Superreichen

Baia war in der Antike ein Treffpunkt der Mächtigen und Superreichen. Erbaut wurde die Stadt für die Oberklasse des Römischen Reiches, die sich hier, im milden Klima am Golf von Neapel, unvorstellbaren Exzessen hingab. Reiche Kaufleute schlossen hier ihre - nicht immer legalen - Geschäfte ab, um anschließend in den riesigen Thermen zu relaxen oder in prunkvollen Villen zu feiern. Die Anwesenheitsliste von Baia liest sich wie ein „Who is Who“ der römischen Oberschicht.  

Senatoren, römische Kaiser und ihr Hofstaat, Philosophen, Geschäftsleute und Geschichtsschreiber gaben sich in Baia sprichwörtlich die Klinke in die Hand. Seneca, Erzieher und späterer Berater des römischen Kaisers Nero, beschrieb den Ort als „deversorium vitiorum“ (Rastplatz der Laster). Der Dichter Ovid bezeichnete die Stadt am Meer als geeigneten Ort für Liebesspiele aller Art.  

Der große Redner Cicero verfasste viele seiner Reden in Baia. Prominente Zeitgenossen wie der Philosoph Plinius und der Dichter Virgil bewohnten luxuriöse Residenzen in der Nähe der Thermen, deren Wasser der Legende nach den Alterungsprozess verlangsamen sollte.  

Cleopatras Flucht und ein berühmter Mord

Römische Kaiser wie Claudius, Caligula und Nero hielten sich regelmäßig in der sündigen Stadt am Golf von Neapel auf. Eine derart hohe Promi-Dichte wie in Baia liefert den Stoff für zahlreiche Geschichten über Intrigen und Ränkespiele. Einem Gerücht zufolge hielt sich die ägyptische Königin Cleopatra in Baia auf, nachdem ihr Liebhaber Julius Cäsar im Jahr 44 v. Chr. ermordet worden war. Um ihren Häschern zu entkommen, floh sie mit einem Boot über das Meer in ihre Heimat zurück.  

Baia war darüber hinaus Schauplatz für einen der berühmtesten Morde der Antike. Julia Agrippina plante in der Stadt den Mord an ihrem Ehemann Claudius, der seit dem Jahr 41 n. Chr. römischer Kaiser war. Sein Tod sollte den Platz auf dem Thron in Rom für ihren Sohn Nero freimachen. Agrippinas Attentat – sie wollte Claudius mit tödlichen Pilzen vergiften – schlug fehl. Noch in derselben Nacht stiftete sie ihren Arzt an, dem römischen Kaiser einen Einlauf mit giftigem wildem Kürbis zu verabreichen. Den zweiten Anschlag überlebte Claudius nicht und Nero wurde Nachfolger des Regenten.  

Heiße Thermalquellen und grenzenlose Dekadenz

Die heißen Thermalquellen waren der Schlüssel für den Aufstieg von Baia zum „Las Vegas des Römischen Reiches“. Ihrem Wasser wurde eine verjüngende Wirkung zugesprochen und dieser Umstand zog reiche Römer in Scharen an. Es entstanden großzügige Badehäuser, Thermenkomplexe mit riesigen Kuppeln und marmorierten Fassaden sowie pompöse Lustgärten wie das Nymphaeum von Kaiser Claudius, das noch heute teilweise erhalten ist. Statuen aus Marmor säumten die Wege und Straßen und kostbare Mosaike verzierten die Plätze.  

Angesichts dieser grenzenlosen Dekadenz schleicht sich automatisch der Gedanke ein, dass die römischen Götter ihre Hand im Spiel hatten, als die Stadt der Sünde schließlich im Meer versank. Baia wurde in einem Gebiet mit hoher vulkanischer Aktivität erbaut. In dieser Region hob und senkte sich die Erde immer wieder und allmählich wurden die Prunkbauten der Stadt vom Mittelmeer verschlungen. Dort liegen die Ruinen noch heute in einer Tiefe von sechs Metern und können im Rahmen von Tauch- oder Schnorchelausflügen besichtigt werden.  

Der archäologische Unterwasserpark

Beinahe zwei Jahrtausende lang schlummerte die antike Stadt unter der Wasseroberfläche und kaum jemand nahm Notiz von ihr. Erst, als im Jahr 1940 Luftaufnahmen von den Ruinen im flachen Wasser gelangen, geriet das antike Las Vegas in den Fokus der Forscher. Nach der Jahrtausendwende wurde der archäologische Wasserpark der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.  

Die antiken Ruinen können Sie in Ihrem Urlaub in einem Ferienhaus in Italien auf unterschiedliche Weise erforschen. Komplett trocken bleiben Sie auf einem Ausflug mit dem Glasboden-Boot. Alternativ können Sie den versunkenen Ort im Rahmen von Tauchgängen oder Schnorchelausflügen erkunden. Sie werden unter anderem vom Centro Sub Campi Flegreo organisiert.  

Abtauchen in die Antike

Taucher haben den besten Blick auf die versunkenen antiken Ruinen von Baia. In einer Tiefe von durchschnittlich sechs Metern liegen kunstvolle Mosaike, römische Säulen sowie gepflasterte Straßen und Plätze. Die mit Seepocken überzogenen Marmorstatuen von Octavia Claudia und Ulysses markieren den Eingang zum archäologischen Unterwasserpark. Zu sehen sind darüber hinaus die Reste von Hafenmauern, Fischaufzuchtbecken und die Überreste pompöser Badehäuser. 

Einen Hinweis auf die vulkanische Tätigkeit unter den Ruinen liefert das sogenannte „Rauchende Riff“. Dabei handelt es sich um einen der wenigen tiefer gelegenen Tauchspots innerhalb des archäologischen Unterwasserparks. Zwischen antiken Säulen steigen Gasblasen aus dem Meeresboden auf und stellenweise hat der enthaltene Schwefel den Grund gelb gefärbt. Bei den meisten Statuen in Baia handelt es sich um Repliken. Die Originale wurden von der Archäologischen Aufsichtsbehörde für Kampanien aus dem Meer gezogen und in einem Museum untergebracht.

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