Die Abruzzen

Die Abruzzen - (noch) ein touristischer Geheimtipp

ID 60206888 © Freesurf69 | Dreamstime.comMeer, Küste, Hügel und Berge - die Abruzzen (ital.: ‚Abruzzo’) vereinigen landschaftlich gesehen alles, was Italien zu bieten hat. So erstreckt sich zunächst ein flacher Küstenstreifen entlang der Adria, um langsam in eine Hügel- und schließlich in eine Berglandschaft mit bis zu 3000 m Höhe überzugehen - den ‚Abruzzischen Apennin’.

Neben idyllischen Städten und Dörfern, vielen Burgen sowie einer reichhaltigen Flora und Fauna finden Sie hier als Ferienhaus-Urlauber alles, was das Herz begehrt. Zudem ist die wunderschöne Region mit ca. 1,4 Mio Einwohnern (fast) noch ein touristischer Geheimtipp. Größte Stadt der Region ist Pescara, das malerisch an der Mündung des gleichnamigen Flusses in die Adria liegt. Hauptstadt ist hingegen L’Aquila, das zum Teil immer noch an den Auswirkungen des schweren Erdbebens von 2009 leidet. Im Norden grenzt die Region an die Marken, im Westen an Latium, im Süden an Molise und im Osten an die Adria. Vor allem eine intakte Natur wird in den Abruzzen großgeschrieben: Fast ein Drittel der gesamten Region - und somit mehr als irgendwo sonst in Italien - steht unter Naturschutz.

Land der Burgen und der unberührten Natur

ID 95006452 © Sandro Fileni | Dreamstime.comNeben einer großartigen Bergwelt besitzen die Abruzzen eine lange und abwechslungsreiche Geschichte: Prähistorische Höhlen, (vor)römische Ausgrabungen, romanische Kirchen und kleine Renaissance-Städtchen, Burgen, Kastelle, Schlösser und einsame (Berg)dörfer sind überall zu finden.

Während der Eisenzeit war in der Region die sog. ‚Mitteladriatische Kultur’ heimisch. Die in dieser Zeit siedelnden Samniten und Picener wurden jedoch später von den Römern vollkommen verdrängt. Bekanntestes Fundstück aus einem Gräberfeld dieser Ur-Völker ist der fast 2 m große ‚Krieger von Capestrano’. Die beeindruckende Statue aus dem 6. vorchristlichen Jahrhundert wurde 1934 bei Capestrano entdeckt und ist heute im Museo archeologico nazionale d’Abruzzo von Chieti zu bewundern. Auffallend ist der breitkrempige Hut der gut erhaltenen und ehemals bemalten Kalkstein-Figur.

Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches teilten sich zunächst Byzantiner und Langobarden das Land, die beide durch die Normannen vertrieben wurden. Diese gliederten das Gebiet im 12. Jahrhundert ihrem sizilianischen Königreich ein. Unter den nachfolgenden Staufern spaltete sich jedoch ein Teil der Abruzzen als Herzogtum Spoleto ab und wurde Teil des Kirchenstaates. Vom Ende des 13. Jahrhunderts bis zum 19. Jahrhundert gehörte das übrige Gebiet dann zum Herrschaftsgebiet Neapels. 1861 wurden die Abruzzen schließlich dem neu geschaffenen italienischen Königreich eingegliedert. Nachdem der Handel mit Wolle, der lange Zeit für einen gewissen Wohlstand sorgte, vor allem im 19. Jahrhundert an Bedeutung verlor, verarmte insbesondere die Bergregion. Viele Einwohner verließen noch bis in die 1970er Jahre die Abruzzen, um vorwiegend nach Australien oder Amerika auszuwandern. Erst allmählich setzte eine wirtschaftliche Erholung ein - u. a. begünstigt durch den zunehmenden sanften Tourismus. Zugleich blieb die Region trotz ihrer geographischen Lage wirtschaftlich und kulturell bis heute stark mit Unteritalien verbunden.

Als Ferienhaus-Urlauber haben Sie in den Abruzzen viel zu entdecken. Viele (kleinere) und zuweilen noch unbekannte Kirchen warten auf ihre Besucher, stellen aber wahre Schmuckstücke dar. Eine der bedeutendsten Kirchen ist hingegen die ungewöhnliche romanisch/frühgotische ‚Basilika von Collemaggio’ in L'Aquila mit ihren abwechselnden roten und weißen Steinen. Hinzu kommen die Abteikirche ‚San Clemente a Casauria’ in Castiglione a Casauria sowie die Basilika ‚San Giovanni in Venere’ in Fossacesia. Im Landesinneren finden Sie zudem zahlreiche Schlösser, Burgen und Kastelle, die fast allesamt jenseits der ausgetretenen touristischen Pfade liegen.

Aufgrund der herrlichen Landschaft kommen die Wanderer und Bergsteiger unter Ihnen besonders auf ihre Kosten. Die vielen Nationalparks und Schutzgebiete bieten eine Fülle von gekennzeichneten Wanderwegen aller Schwierigkeitsgrade an. Von den Gipfeln hat man eindrucksvolle Blicke z. B. auf die ‚Monti della Laga’ und ‚Monti Sibillini’, das ‚Majella-Massiv’ und in die Höhen des ‚Abruzzen-Nationalparks’. Dieser ist der südlichste und zugleich älteste der Region. Der Park selbst ist mitsamt den geschützten Arealen ca. 85.000 Hektar groß. Hier leben neben Wölfen auch ca. 100 Exemplare des Braunbären.

Mit 150.000 Hektar fast doppelt so groß wie der Abruzzen-Nationalpark ist der Nationalpark ‚Gran Sasso’. Gezackte Gipfel, steile Kämme und senkrecht abfallende Wände bieten auf seiner östlichen Seite spektakuläre Fotomotive ohne Ende. Zum Massiv gehört auch das ‚Corno Grande’, mit fast 3000 m Höhe die höchste Erhebung Italiens außerhalb der Alpen. Hier finden Sie zudem den südlichsten Gletscher Europas. Weiter im Norden beeindrucken der See Campotosto und das „Tal der hundert Wasserfälle“. Die westliche Seite präsentiert sich mit dem Hochplateau ‚Campo Imperatore’ auf 1600 m Höhe vollkommen anders. Als ‚Kleines Tibet’ bezeichnet, erinnert die Landschaft hier eher an die der Inneren Mongolei.

Weiter im Landesinneren liegt der ‚Regionalpark Sirente-Velino’ mit den zwei gleichnamigen Bergmassiven. Aufgrund des kälteren Klimas sind die Gipfel oftmals bis in den Spätfrühling hinein schneebedeckt. Hier reizen ebenfalls steile Wände, Schluchten und mit den ‚Höhlen von Stiffe’ interessante Karstformationen. Zudem hat die abgelegene Lage des Gebirges an vielen Orten (fast) die Zeit stillstehen lassen. Besuchen Sie doch einfach mal die ruhigen Dörfer und Städtchen mitsamt ihren Kastellen, Türmen und Schlössern. Viele Touristen werden Sie hier nicht treffen. Die Kirche ‚Santa Maria’ in Valle Porcianeta sowie das eindrucksvolle Schloss von Celano sollten aber auf jeden Fall auf Ihrem Ausflugsprogramm stehen.

Mit über 1800 unterschiedlichen Pflanzen ist der Nationalpark ‚Majella’ ein wahres Paradies für alle Botaniker. Die Hänge der insg. 61 und zumeist leicht erreichbaren Gipfel sind reich an Wäldern und aufgrund der vielen Quellen selbst im Sommer sattgrün. Sind Sie als Ferienhaus-Urlauber allerdings im Frühling hier, dann können Sie eine wahre Blütenpracht bewundern!

Nicht nur die Wanderer und Bergsteiger werden sich in den Abruzzen wohlfühlen, sondern auch die Skifahrer. Über 20 Skigebiete mit 370 km Pisten hat die Region zu bieten. Die bekanntesten sind ‚Roccaraso’ und ‚Campo Felice’. Hier gibt es meist mehr Schnee als in Norditalien, und die Pisten sind niemals überfüllt. Die Langläufer unter Ihnen werden sich hautsächlich auf dem ‚Campo Imperatore’ wohlfühlen.

Wassersportler müssen natürlich an die Adriaküste. Vor allem in der nördl. Hälfte der Region stehen Ihnen eine Reihe von größeren Badeorten zur Verfügung. Südlich von Pescara, das selbstverständlich einen Tagesausflug wert ist, ist der Badetourismus bislang weniger erschlossen.

‚Berge und Meer’ selbst in der Küche

In den Abruzzen wird oft und äußerst gerne gefeiert. Insbesondere die zahlreichen religiösen Feste gehen dabei auf heidnische Bräuche zurück. So entzünden die Bewohner von Fara Filiorum Petri am 16. Januar riesige Schilfrohrbündel. In Sulmona gibt es eine sehenswerte Osterprozession, während in Cocullo das Schlangenfest mit unzähligen lebenden Schlangen begangen wird, die angeblich die Zukunft voraussagen. Den Schutzpatron San Zopito ehrt man in Loreto Aprutino mit einem geschmückten Ochsen, und in Popoli schließlich misst man sich im Schießen mit Armbrust und Bogen.

Zu einer gelungenen Feier trägt selbstverständlich eine gute Küche bei. In den Abruzzen reichen sich hierbei ‚Mare e Monti’, also Meer und Gebirge’ oft sogar in einem Gericht die Hand. Probieren Sie doch einfach mal die köstlichen Suppen und Eintöpfe, in denen Meeres- und Hülsenfrüchte miteinander kombiniert werden. Darüber hinaus ist die Region das Land des Peperoncinos, des Safrans und auch des Trüffels. Ein Sugo wird hier immer mit Tomaten, Bauchspeck, Peperoncino und Pecorino zubereitet. Die regionalen Teigwaren werden selbstverständlich per Hand hergestellt und sind ebenfalls köstlich. Darüber hinaus produzieren die Abruzzen mit dem ‚Montepulciano d’Abruzzo’ einen leckeren Wein und in den Ortschaften San Giovanni Theatino und Moscufo eines der hochwertigsten Olivenöle ganz Italiens.

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