Das Aostatal

Das Aostatal – Kleines Tal der Superlative

ID 113046382 © Delstudio | Dreamstime.comDas alpine Aostatal (ital.: ‚Valle d’Aosta’) ist zwar flächen-und bevölkerungsmäßig die kleinste italienische Region, hat es aber mehr als in sich: Hier finden Sie neben 20 Gipfeln, die höher als 4.000 m sind, die höchsten Berge der Alpen.

Dazu zählen der ‚Mont Blanc’mit 4.810 m, der ‚Monte Rosa’ mit 4.634 m, das ‚Matterhorn’ mit 4.478 m und der ‚Gran Paradiso’ mit 4.061 m. Zudem nehmen die rund 250 Gletscher des Aostatales eine Grundfläche von ca. 120 qkm ein. Besonders erwähnenswert sind u. a. der ‚Brenva-Gletscher’ sowie der ‚Miage-Gletscher’ mit seiner Länge von 10 km, der schließlich in einen Gletschersee mündet. Zudem besitzt die Region den ältesten Nationalpark ganz Italiens, der im Jahre 1922 eingerichtet wurde: den ‚Nationalpark Gran Paradiso’.

Die Region selbst besteht aus dem Tal der ‚Dora Baltea’ mit einigen Nebentälern. Im Norden grenzt das Aostatal mit seinen gut 125.000 Einwohnern an den Schweizer Kanton Wallis, im Westen an Frankreich, im Süden und Osten an das Piemont. Hauptstadt der ca. 3250 km² großen autonomen Region ist Aosta. Schon immer gehört das Aostatal im Nordwesten des Landes zu den reichsten Regionen Italiens, wobei Ayas sogar die wohlhabendste Gemeinde des ganzen Landes ist. Amtssprachen sind Italienisch und - durch die lange Zugehörigkeit zu Savoyen - Französisch. Auch einige deutschsprachige Dörfer gibt es.

Das Aostatal war immer ein Durchgangsgebiet und deshalb wirtschaftlich wie politisch sehr begehrt. So führt(e) der ‚Große-Sankt-Bernhard-Pass’ in die Schweiz, der ‚Kleine-Sankt-Bernhard-Pass’ nach Frankreich. Heute gelangen Sie u. a. bequem durch den ‚Großen-Sankt-Bernhard-Tunnel’ vom Wallis hierher. Die nächstgelegenen Flughäfen sind Genf, Mailand und Turin.

Neben der Landwirtschaft, die in der Region eine wichtige Rolle spielt, ist der Tourismus wichtigster Wirtschaftszweig. Die Wintersportler unter Ihnen finden z. B. in Courmayeur und Breuil-Cervinia ideale Bedingungen vor.

Großartige Bergwelt und römisches Erbe

Das alpine Tal war zunächst von den Kelten bewohnt, bis es 25 v. Chr. von den Römern erobert wurde. Diese gründeten unter anderem ‚Augusta Praetoria’, das heutige Aosta, das noch einige interessante antike Baudenkmäler besitzt. Ab der Völkerwanderung herrschten Burgunder, Ostgoten, Langobarden und Franken über das Gebiet, bis es letztlich im 11. Jahrhundert an Savoyen fiel und im Jahre 1861 Teil des neuen italienischen Königreiches wurde. Während des Faschismus musste das Aostatal wie Südtirol die massive Italienisierung durch die Faschisten erdulden. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt das Tal den Status einer Autonomen Region mit umfangreichen Schutz der nun zur Minderheit gewordenen französischsprachigen Bevölkerung.

Dass das Aostatal reich an unbeschreiblich schöner Natur ist, dürfte unbestritten sein. Am Besten machen Sie sich als Ferienhaus-Urlauber selbst ein Bild davon. Folgen Sie z. B. dem herrlichen und nicht zu steilen Panoramaweg ‚Gran Balconata del Cervino’, der Sie rund um Valtournenche führt und fantastische Aussichten auf die Berge rund um das Matterhorn erlaubt. Die anspruchsvollere Trekkingtour ‚Tour du Mont-Blanc’ umrundet hingegen auf einer Länge von fast 200 km den höchsten Berg (West)Europas.

ID 32116131 © Marco Saracco | Dreamstime.comNeben Natur hat das Aostatal aber auch architektonisch einiges zu bieten: So erwartet Sie gleich am Eingang des Tales die imposante Felsenburg ‚Bard’, die wie der gleichnamige Ort zu ihren Füßen umfangreich restauriert wurde. Anschließend sollten Sie Aosta, die kleine Hauptstadt besuchen und durch den hübschen historischen Ortskern mitsamt seinen malerischen Gassen bummeln. Hierbei werden Sie auch immer wieder auf Bauwerke aus der römischen Zeit stoßen - zunächst den ‚Triumphbogen des Augustus’ sowie Teile der alten Stadtmauer. Zu den weiteren antiken Sehenswürdigkeiten zählen noch die Brücke in Pont Saint Martin und vor allem der Aquädukt in Pondel am Eingang des Cogne Tales. Das 56 m hohe Bauwerk dient heute jedoch als Brücke über den Fluss ‚Grand Eyvia’.

Neben dem römischen Erbe können Sie auch noch über 80 Schlösser und Burgen besuchen, die zwischen dem 12. und 18. Jahrhundert erbaut wurden. Zumindest drei von Ihnen sollten auf Ihrem Besuchsprogramm stehen. Zum einen ‚Schloss Issogne’ - eine zunächst recht unscheinbar wirkende Sommerresidenz mit zahlreichen perfekt erhaltenen mittelalterlichen Fresken. Abgebildet sind u. a. Alltags-Szenen aus dem Leben in der Schenke, der Bäckerei oder der Apotheke. Abweisend wie es sich für eine trutzige Bergfestung gehört, präsentiert sich demgegenüber die ‚Burg von Verres’, die den Eingang zum Ayas Tales bewacht. Die schönste und zugleich besterhaltene Anlage bildet die ‚Burg Fenis’ mit ihren zahlreichen Türmen und zinnenbewehrten Mauern.

Das Aostatal besitzt darüber hinaus einige schöne romanische Kirchen. Nicht verpassen sollten Sie z. B. die im 12./12. Jhd. entstandene Pfarrkirche ‚San Martino’ in Arnad. Das schöne gotische Portal sowie Fresken aus dem 15. Jahrhundert werden Ihnen bei dem ansonsten romanischen Bauwerk gleich auffallen.

Von Waliser ‚Stadeln’ und Europas höchster Sektkellerei

Bei Ihren Besichtigungen im oberen Lystal werden Sie vielleicht auf die sog. ‚Stadel’ stoßen - Gebäude aus Lärchenholz, mit pilzförmigem Unterbau. Hierbei tragen kurze hölzerne Pfeiler eine große Steinplatte, was wie die Form eines Pilzes wirkt. Erst dann erhebt sich das weitere Gebäude. Die Walser, die vom 11.-13. Jhd. aus dem Wallis hierher einwanderten, schützen damit Heu und Vorräte im oberen Teil des Stadels vor Feuchtigkeit und Nagetieren. Einer der ältesten Stadel finden Sie im Weiler Greschmattò. Er stammt von 1547 und diente früher als Gerichtshof und Gefängnis.

Besichtigen, Wandern, Sporteln - alles macht hungrig, und die Aostataler Küche bietet einiges, um dem entgegenzuwirken. Besonders der milde Rohmilchkäse, der ‚Fontina’ muss probiert werden. Ansonsten werden köstliche Schinken, Trockenfleisch, Wurst mit Kartoffeln und Roter Bete oder Kastaniengnocchi in Käsesauce aufgefahren. Vorneweg ein Sekt aus Europas höchstgelegener Sektkellerei am Mont Blanc, und das Leben kann genossen werden. Übrigens führt eine Seilbahn von Courmayeur zur Kellerei hinauf auf 2175 m Höhe. Noch eine Station oder 1300 Höhenmeter weiter, erreichen Sie die ‚Punta Helbronner’, die das wohl großartigste Hochgebirgspanorama der gesamten Alpen bietet - Montblanc und die spitzen Felszacken der ‚Aiguille Blanche de Peuterey’ sowie der ‚Dent du Géant’ inklusive!

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