Der Mailänder Dom

Der Mailänder Dom – ein Traum aus Marmor

ID 26864107 © Roka22 | Dreamstime.comGrößter Marmorbau der Welt, drittgrößte Kirche der Christenheit (nach dem Petersdom und der Kathedrale von Sevilla), wichtigster Bau der italienischen Gotik, fast 500 Jahre Erbauungszeit, über 3500 Skulpturen, mehrteilige Orgelanlage mit 16000 Pfeifen, Krönungsort von Napoleon – den Mailänder Dom, den ’Duomo di Santa Maria Nascente’, schmücken viele Superlative. Doch darüber hinaus hält das einzigartige und in weißem Marmor erstrahlende 160 m lange Bauwerk noch zahllose weitere Highlights bereit. Somit ist der Besuch der Kathedrale ein absolutes Muss für jeden Ferienhaus-Besucher der lombardischen Hauptstadt!

1386 auf Geheiß von Gian Galeazzo Visconti begonnen, der später zum ersten Herzog von Mailand wurde, teilte der Dom das Schicksal vieler gotischer Kathedralen. So war er bei seiner Schlussweihe durch Bischof Carlo Borromeo im Jahre 1572 und nach dem Wechsel vieler Baumeister immer noch nicht vollendet. Die gesamte Eingangsfassade bestand lediglich aus einer kahlen Backsteinmauer. Die Fertigstellung der Fassade schritt dann in den nächsten Jahrhunderten nur sehr langsam voran. Es wurden immer neue und stilistisch vollkommen unterschiedliche Vorschläge entwickelt, die entweder nur teilweise umgesetzt oder ganz verworfen wurden. Seine endgültige Gestalt verdankt der gewaltige Dom dann bemerkenswerterweise nicht einem Italiener, sondern einem berühmten Franzosen. Denn Napoleon I., der sich hier am 26. Mai 1805 zum König von Italien krönen ließ, gab den Auftrag, die 56 Meter hohe Fassade im neugotischen Stil nun endlich fertig zu stellen.

Französischer, deutscher und lombardischer Stilmix in höchster Qualität

1858 gilt als das Jahr der endgültigen Fertigstellung des fünfschiffigen Domes, der sich über dem Grundriss eines lateinischen Kreuzes erhebt und ein dreischiffiges Querhaus besitzt. Es entstand ein höchst faszinierendes, imposantes Gebäude, das aufgrund der langen Bauzeit, vieler Baumeister und Künstler aus Italien, Frankreich und Deutschland einen einzigartigen Stilmix aus Gotik, Renaissance, Barock und Neugotik aufweist. Das architektonische Wunderwerk, das in Italien nicht seinesgleichen hat, ist mit Tausenden von großen und kleinen Skulpturen und ca. 135 aufragenden Filialen geschmückt. Das Baumaterial selbst, der helle weiße Marmor, stammt dabei nicht von den Vorgängerbauten, einer frühchristlichen Kirche und einer römischen Basilika. Es wurde vielmehr aus den Steinbrüchen von Candoglia am Lago Maggiore herbeigeschafft. Kosten und Mühen wurden bei diesem Prestigeobjekt, mit dem sich Gian Galeazzo ein wahrhaft strahlendes politisches Denkmal setzen wollte, also keine gescheut. So wurden die einzelnen Steine über Kanäle, die Mailänder ‚Navigli’, direkt an den Dom transportiert. Diese wurden dann später zum Teil wieder zugeschüttet und überbaut.

Das Jahr 1858 markierte jedoch noch einen weiteren Wendepunkt. Denn damals wurde der Glockenturm abgerissen und trotz vieler, teils monströser Entwürfe, nie mehr neu errichtet. So war der letzte Vorschlag der eines ’Torre delle Memorie delle Vittorie e delle Glorie’ (eines ’Turmes zum Gedenken an die Siege und des Ruhmes’) aus dem Jahr 1927. Es sollte der höchste Kirchturm der Welt entstehen, der zugleich als Triumph des italienischen Faschismus gedacht war. Somit hängen die Glocken der Kathedrale noch heutzutage nicht in einem Campanile, sondern in einem Hohlraum zwischen dem inneren Gewölbe und der Außenwand. Aufgrund ihres Gewichtes dürfen sie gar nicht mehr selbst schwingen - nur die Schlegel werden hin und her bewegt.

Der Mailänder Dom überwältigt jedoch nicht nur von außen, sondern auch von innen und sollte aufgrund des wechselnden Lichtspiels am besten zu unterschiedlichen Tageszeiten betrachtet werden. Über 10.000 Besucher betrachten jeden Tag das riesige Gebäude, das ca. 35.-40.000 Menschen Platz bietet. Tritt man durch eines der fünf großen Bronzetore in das mit weiß-rot-schwarzen Marmorplatten ausgelegte Kirchenschiff, so werden die Blicke sofort auf die 52 breiten Bündelpfeiler gelenkt, die das gewaltige Gewölbe in 24 m Höhe tragen. Anschließend ziehen die herrlichen und in Italien fast einzigartigen bunten Glasfenster alle Aufmerksamkeit auf sich. Sie wurden von nordeuropäischen Künstlern im 14. und 15. Jahrhundert geschaffen und sind unterschiedlich gut erhalten.

Doch auch im Untergrund kann die Kathedrale beeindrucken. In der runden Krypta befindet sich zum Beispiel die Grablege von Carlo Borromeo, der in einem Bleiglassarg bestattet ist. Auch der Domschatz selbst beherbergt natürlich wertvollste Kleinodien. Im Eingangsbereich führt darüber hinaus eine enge Treppe zu den Resten des Baptisteriums aus dem 4 Jh. hinunter. Hier wurde der Hl. Augustinus im Jahr 387 vom Mailänder Bischof Ambrosius getauft.

Die wichtigsten Heiligtümer des Domes befinden sich hingegen über dem Hauptaltar in 45 Metern Höhe: der mit einem roten Licht umgebene ‚Heilige Nagel’ sowie ein Splitter des Kreuzes Christi. Wenn Sie Mailand zwischen dem 10. und 15. September besuchen, dann nehmen Sie unbedingt an einer der beeindruckenden Prozessionen teil. Denn dann wird der Mailänder Erzbischof mit der sog. Nivola, einer Art Aufzug, der mit Engeln und Wolken bemalt ist, zu der Kassette mit dem Reliquiar des Heiligen Nagels emporgezogen, um die Kassette herab zu holen bzw. einige Tage später wieder hinauf zu bringen.

Nur in der Osterzeit wird wiederum der mit Figuren verzierte Osterleuchter aus dem Jahr 1439 über dem Altar aufgehängt, der ebenfalls äußerst beeindruckend ist.

Mit den Heiligen (fast) auf Augenhöhe

Ein weiteres Muss ist der Besuch der faszinierenden und gegen eine Gebühr begehbaren 8000 m² großen Dachlandschaft. Sie ist entweder über eine Treppe oder mit dem Aufzug erreichbar und bildete bereits in Filmen von Visconti und Guadagnino eine imposante Kulisse. Hier kann man – quasi auf Augenhöhe – nicht nur die 135 Turmspitzen des Domes, sondern auch die unterschiedlichsten (Heiligen)figuren aus nächster Nähe betrachten und den Ausblick auf die Umgebung genießen. Dieser ist wahrhaft unvergleichlich und reicht bei gutem Wetter über die Stadt hinaus bis zu den Alpen. Betrachten sollten Sie auf jeden Fall den achteckigen Vierungsturm aus 15. und 16. Jahrhundert. Denn seinen höchsten Punkt schmückt - weithin sichtbar - die vergoldete Statue der ‚Madonnina’. Die in den Himmel auffahrende Muttergottes wird in der inoffiziellen Stadthymne zudem mit ‚O mia bela Madunina’ besungen.

Nach dem Besuch des Domes lässt es sich gut in den angrenzenden Restaurants und Cafés der ‚Galleria Vittorio Emanuele II’ entspannen. Die berühmte überdachte und luxuriöse Einkaufsgalerie grenzt nämlich direkt an den 17.000 m2 großen repräsentativen Domplatz an, dessen Mitte die Reiterstatue Vittorio Emanueles II schmückt. Besser kann man sicherlich auch als Ferienhaus-Urlauber einen beeindruckenden Tag nicht beschließen.

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