Der Markusdom

Der Markusdom - die ‚Goldene Basilika’ Venedigs

ID 139653093 © Dvrcan | Dreamstime.comDer Markusdom (ital.: ‚Basilica di San Marco’) ist erst seit 1807 die Kathedrale der berühmten Lagunenstadt. Zuvor war dies die Kirche ‚San Pietro di Castello’ im gleichnamigen Stadtviertel. Der Markusdom war hingegen über viele Jahrhunderte hinweg die Palastkirche des Dogen und gleichsam die Staatskirche Venedigs.

Dem heutigen Bau gingen mehrere Vorgängerkirchen voraus. Eine erste Palastkapelle wurde in den Jahren 829 bis 832 errichtet, nachdem Seefahrer die Reliquien des Hl. Markus wenig christlich im Handstreich aus Alexandria raubten und nach Venedig brachten. Der Hl. Theodor, der bisherige Stadtheilige, wurde daraufhin kurzerhand durch den wesentlich bedeutenderen Evangelisten ersetzt. 976 wurde dann die Kirche bei einem Aufstand durch ein Feuer zerstört. Bereits im gleichen Jahr begann die Errichtung einer zweiten Kirche. Der heutige Markusdom wurde schließlich 1063–1094 als Stiftung des Dogen Domenico Contarini erbaut. Passenderweise wurden die Gebeine des Hl. Markus wie durch ein Wunder im Jahr der Fertigstellung wiederaufgefunden. Im Laufe der Zeit wurde die Kirche von den Dogen immer prächtiger ausgebaut. So erließ der Doge Domenico Selvo im Jahre 1075 ein Gesetz, demzufolge jeder Seefahrer dazu verpflichtet war, bei seiner Heimkehr ein kostbares Schmuckstück zu Ehren des Heiligen mitzubringen. Dies erklärt unter anderem auch die überaus prunkvolle Ausstattung des Domes sowie die unterschiedlichsten Materialien und Kunstwerke, die im Laufe der Jahrhunderte zusammenkamen und zum Beispiel in den Nischen und Vorsprüngen der Fassade eingebaut wurden.

Byzantinische Pracht auf dem Markusplatz

ID 141187082 © Arne Beruldsen | Dreamstime.comSan Marco ist ein Paradebeispiel byzantinischer Kirchenarchitektur. Vorbild war die von den Türken zerstörte Apostelkirche in Konstantinopel aus den Jahren 536–546. Der Markusdom orientierte sich also ganz bewusst nicht an einer neuen, sondern an einer althergebrachten und als besonders würdevoll empfundenen Form des Kirchenbaus. 76,5 Meter lang und 62,5 Meter breit, ist der Grundriss einem ungleichmäßigen griechischen Kreuz nachgebildet. So ist der westliche Arm breiter und länger. Im 13. Jahrhundert wurden die insgesamt 5 gewaltigen Kuppeln nochmals erhöht, wobei die westliche Kuppel wie auch die Hauptkuppel größer sind als die übrigen drei. 1231–1253 erhielt die Markuskirche schließlich die nördliche Vorhalle, die nach byzantinischem Vorbild von acht kleineren Kuppeln überwölbt wird. Ebenso wurde die dem Markusplatz zugewandte Westfront als Säulenfassade umgestaltet. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde das Gebäude im Sinne der venezianischen Gotik verändert und immer weiter ausgeschmückt – bis weit in das 17. Jahrhundert hinein.

Die in zwei Stockwerke geteilte Hauptfassade symbolisiert den Anspruch des Domes als Staatskirche der Serenissima und ist zugleich als Zeichen des Triumphes über Konstantinopel beim Kreuzzug von 1204 zu verstehen. Sie wird durch fünf Portale mit mosaikverzierten Bögen gegliedert. Im Giebelfeld des mittleren, größeren Bogens unterhalb der Statue des heiligen Markus befindet sich zudem ein goldene Relief des schreitenden Markuslöwen – Symbol der Republik und Attribut des Evangelisten. Durch die überreiche Dekoration ihrer Marmorverkleidung, die unzähligen antiken Säulen aus Marmor, Porphyr, Jaspis, Serpentin und Alabaster überwältigt die Fassade jeden Besucher. Hinzu kommen zahllose Skulpturen aus den unterschiedlichsten Epochen. Die ca. 2600 zumeist antiken Säulen entstammen fast allesamt Eroberungen und Raubzügen. Sie dienen ausschließlich der Dekoration und versinnbildlichen die Macht der Seerepublik. Mehr als berühmt ist die Kopie der vier Pferde als Teil einer antiken Quadriga aus vergoldeter Bronze, die die Galerie im oberen Stockwerk dominiert. Die jeweils 1,60 Meter großen und 875 kg schweren Plastiken wurden ebenfalls im Jahre 1204 aus Konstantinopel geraubt. An der Ecke des Domes an der ‚Porta della Carta’ befindet sich ein weiteres weltbekanntes Kunstwerk aus Konstantinopel: Die Gruppe der sog. ‚Tetrarchen’. Das Kunstwerk entstammt der Zeit um 300. Es handelt sich um Porphyrstatuen der spätrömischen Herrscher Diokletian, Maximian, Constantius I. und Galerius.

Gold, Gold, Gold - wohin das Auge reicht

Wollen Sie als Ferienhaus-Urlauber die Basilika besichtigen, dann beachten Sie, dass Sie – ganz ungewohnt – aufgrund des Absinkens des Bodens einige Stufen vom Markusplatz in das Kircheninnere hinabsteigen müssen. Der Unterschied beträgt heutzutage knapp 25 cm! Im Inneren des Doms präsentiert sich Ihnen dafür ein wahrhaft überwältigender Anblick: Ein über und über mit Mosaiken bedeckter fünfkuppeliger Innenraum, der von vier mächtigen Pfeilern und sechs Säulen in drei Schiffe geteilt wird. Auch die Arme des Querhauses sind dreischiffig angelegt. Die zweistöckige Nordkanzel dient der Verlesung des Evangeliums, während auf der Südkanzel dereinst dem Volk der neugewählte Doge präsentiert wurde.

Es überrascht sicherlich nicht, dass der gesamte Innenraum von San Marco einen Höhepunkt der abendländischen Mosaikkunst bildet! Während der Boden von Marmormosaiken aus dem 13. Jahrhundert übersät ist, ist die Wand in den unteren Bereichen mit Marmorplatten verkleidet. Die oberen Wandzonen sowie die gesamte Decke sind dann wiederum mit zahllosen Mosaiken mit Goldgrund bedeckt. Kein Wunder, dass der Dom auch als die ‚Goldene Basilika’ bezeichnet wurde. Die Wand-und Deckenmosaiken bedecken eine Fläche von sage und schreibe mehr als 4200 m² Fläche und bilden eine der größten zusammenhängenden Mosaikflächen der Welt. Man verwendete zur Herstellung der einzelnen Plättchen gefärbten Glasfluss anstatt bunter Steinchen wie noch zur Zeiten der Antike. Auch wurden Gold- und Silberfolien in das farblose Glas eingeschmolzen. Die unterschiedlichen Neigungswinkel machen zudem das Spiel der Lichtreflexe noch lebendiger. So prächtig die Mosaiken an Wänden und Decke sind – vergessen Sie jedoch nicht, sich auch den Fußboden genauer anzuschauen. Denn diese Mosaiken bedecken ebenfalls eine Fläche von mehr als 2.000 m2. Die perspektivischen Muster, Tiermotive und Ornamente sind mehr als sehenswert – sind aber zum Schutz heutzutage oftmals mit Teppichen bedeckt.

Die Gebeine des Evangelisten Markus birgt der beeindruckende Hochaltar mit seinem Baldachin und den schönen reliefverzierten Säulen. Anschließend sollten Sie die berühmte ‚Pala d’Oro’ betrachten, die goldene Altartafel, die sich hinter dem Hochaltar befindet. In die gewaltige Platte sind zahllose Edelsteine, Perlen und Emaille-Medaillons eingearbeitet. Sie entstand zwischen dem 10. und dem 13. Jahrhundert und ist ein absolutes Meisterwerk der Goldschmiedekunst. Der Kirchenschatz wiederum birgt viele Kunstschätze, die bei der Eroberung Konstantinopels erbeutet wurden. Darunter ist zum Beispiel auch der marmorne sog. ‚Thron des heiligen Markus’. Weitere Meisterwerke, wie Wandteppiche, Skulpturen und liturgische Gewänder, können Sie anschließend im ‚Museo Marciano’ bewundern, das von der Vorhalle aus über eine steile Treppe zu erreichen ist.

Wie in Italien üblich, hängen die Kirchenglocken des Domes in einem frei stehenden Campanile. Fast 100 Meter hoch, nennen die Venezianer den aus Ziegeln bzw. hellem istrischen Stein errichteten ‚Markusturm’ liebevoll ‚Il Paron di casa’, auf Deutsch also ‚den Hausherrn’. Der beeindruckende Campanile, der zudem das höchste Gebäude Venedigs ist, wurde auf einem älteren Fundament errichtet und im 12. Jahrhundert vollendet. 1510 wurde schließlich die Turmspitze aufgesetzt. Neben seiner Funktion als Glockenturm diente er zugleich den Seefahrern bei Tag als Landzeichen und bei Nacht sogar als Leuchtturm mit weithin sichtbarem Leuchtfeuer. Fast vier Jahrhunderte später, nämlich im Jahre 1902, passierte jedoch eine Katastrophe: Bei dem Versuch, einen Lift einzubauen, stürzte der gesamte Turm mitsamt der Loggetta zu seinen Füßen ein. Doch bereits 1912 war er im ‚originalen’ Zustand wiederhergestellt und wartet seitdem erneut auf seine zahlreichen Besucher!

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