Der Markusplatz

Der Markusplatz – der ‚schönste Festsaal Europas’

ID 104215806 © Cbork7 | Dreamstime.comDen ‚schönsten Festsaal Europas’ - so nannte Napoleon die ‚Piazza San Marco’, den weltberühmten ‚Markusplatz’ im Herzen Venedigs. Für den romantischen Schriftsteller Alfred de Musset war der 175 Meter lange und bis zu 82 Meter breite Platz schlicht der ‚Salon Europas’.

Die nach dem bedeutendsten der beiden Stadtpatrone, dem Evangelisten Markus benannte Piazza trägt im übrigen als einziger Platz der Lagunenstadt die Bezeichnung ‚piazza’. Alle anderen Plätze werden in Venedig hingegen als ‚campo’ (dt.: ‚Feld’) bezeichnet, da sie ursprünglich nicht gepflastert waren.

Wie fast die gesamte Innenstadt ist auch die ‚Piazza San Marco’ eine einzige große Fußgängerzone – mit oftmals entsprechendem Gedränge. Millionen Besucher aus aller Welt bevölkern den wohl niemals menschenleeren Ort alljährlich - sowie Abertausende Tauben alltäglich, deren Fütterung übrigens strengstens verboten und mit hohen Bußgeldern belegt ist! Wobei man strenggenommen sogar von zwei Plätzen reden muss: der eigentlichen ‚Piazza San Marco’ und der kleineren ‚Piazzetta S. Marco’, die vor dem Markusdom in südlicher Richtung von der weitläufigeren ‚Piazza San Marco’ abzweigt.

Ein architektonisches Schmuckstück nach dem anderen

ID 104214760 © Cbork7 | Dreamstime.comDominiert wird das Gesamtareal von der unverwechselbaren Fassade des ‚Markusdoms’ (der ‚Basilica di San Marco’), dem beeindruckenden Dogenpalast sowie dem gewaltigen und frei stehenden Campanile mit der ‚Loggetta’. Vor dem Dom befinden sich übrigens seit dem Jahre 1480 drei Schiffsmasten, an denen an Sonn- und Feiertagen das Markus-Banner weht. Umschlossen wird der Platz von den ‚Alten’ und ‚Neuen Prokuratien’, dem sog. ‚Napoleonischen Flügel’, der die beiden ‚Procuratie’ verbindet, sowie dem Uhrturm. Mit der ’Piazzetta’ reicht der Platz dann noch bis zur ‚Biblioteca Marciana’ und öffnet sich dort zum Wasser, dem ‚Bacino di San Marco’, mit dem Beginn des ‚Canal Grande’. Hier stehen auch die beiden monumentalen Säulen, auf denen die Stadtheiligen Markus (in Gestalt des Löwen) und Theodorus thronen. An dieser Stelle wurden früher Staatsgäste empfangen, aber auch Hinrichtungen durchgeführt. Glücksspieler gingen hier ebenfalls ihrem Geschäft nach. Heute finden Sie dort einen Kai, vor dem unzählige Gondeln liegen und auf Touristen waren. Die ‚Vaporetti’, die Motorboote, die Einheimische und Gäste von den Inseln oder anderen Stadtteilen hierher bringen, legen ebenfalls an zwei Stationen an. Die direkte Nähe zum Meer birgt allerdings eine allbekannte Gefahr, denn da sich der Platz nur wenig über dem Meeresspiegel erhebt, wird er bei Hochwasser immer wieder überflutet. Die entsprechenden Fernsehbilder sind sicherlich (fast) jedem bekannt.

Eine erste kleine Freifläche vor dem Vorgängerbau der Markus-Kirche entstand bereits im 9. Jahrhundert. Seit dieser Zeit wurde der Platz als zentraler Ort für Proklamationen und Staatsakte genutzt. Aber auch Feste, wie beispielsweise der Karneval, wurden hier gefeiert. Der uns heute bekannte Markusplatz entstand zwischen 1150 und 1600. Wichtiges Datum war das Jahr 1156, als der Platz seine Form durch Zuschüttung des Flusslaufes des Rio Batario im Westen und einer Schiffsanlegestelle erhielt, die sich einst zwischen Platz und Dogenpalast befand. 1267 wurde der Platz mit fischgrätartig verlegten Ziegeln gepflastert, die man noch auf einigen Gemälden von Canaletto und Bellini erkennen kann. 1340 beschloss man die Errichtung des eindrucksvollen Dogenpalastes. Die Bauten des 16. Jahrhunderts umschlossen schließlich Piazza und Piazzetta und gaben ihnen den weltbekannten Rahmen. Seit 1722 ist der Platz zudem mit einem Trachytpflaster bedeckt. Das hellere, geometrische Muster auf dem dunkleren Untergrund ist mit Bedacht gewählt und lässt den weitläufigen Platz noch größer erscheinen.

Nord-, Süd- und Westseite des Platzes werden seitdem eingefasst von den sog. ‚Prokuratien’, den ehemaligen Verwaltungsgebäuden der Republik. Die ‚Alten Prokuratien’ im Norden wurden ab 1514, die ‚Neuen Prokuratien’ ab 1583 erbaut, wodurch der früher rechteckige Platz jetzt seine trapezartige Form erhielt. Der Verbindungsriegel an der Westseite, die sog. ‚Ala Napoleonica’, ist erst 1812 entstanden. Zum Entsetzen der Venezianer wurde hierfür die Kirche ‚San Geminiano’ von den französischen Besatzern abgerissen, die zuvor den Platz abschloss. Heutzutage beherbergen die Prokuratien das ‚Museo Correr’ mit einer bedeutenden Handschriftensammlung sowie das Archäologische Museum.

Ein Espresso muss sein ...

In den Arkaden der Gebäude sowie der Westseite der Piazzetta findet man zahllose kleine Läden und Cafés, darunter die wohl berühmtesten Cafés Venedigs - das ‚Gran Caffè Quadri’ und das ‚Lavena’ an der Nordseite sowie das ‚Aurora’ und das ‚Caffè Florian’ an der Südseite, das bereits im Jahr 1683 eröffnet wurde und somit das älteste Caféhaus Europas ist. An der Westseite der Piazzetta befindet sich noch die bekannte ‚Trattoria ai Leoncini’. Ein Besuch der Cafès ist selbstredend für alle Ferienhaus-Urlauber ein Muss – selbst wenn das Portemonnaie anschließend erheblich leichter sein dürfte. Die Live-Musik-Kapellen, die allabendlich aufspielen, mögen vielleicht ein wenig darüber hinwegtrösten ...

Nach einer stärkenden Pause können Sie sich dann zu weiteren Attraktion aufmachen: zum Beispiel dem Uhrturm (‚Torre dell’Orologio’), der zwischen 1496 und 1499 errichtet wurde. Die astronomische Uhr mit ihrem leuchtenden Zifferblatt aus Lapislazuli zeigt dabei die Mond- und Sonnenphasen sowie die Tierkreiszeichen an. Zwei riesige Figuren aus Bronze schlagen zur Freude der Besucher auf einer Bronzeglocke die Stunden an. Dann folgen noch die drei absoluten Highlights des Markusplatzes: die byzantinisch anmutende Basilika des Hl. Markus mit ihren schimmernden Goldmosaiken, der gotische Dogenpalast mit seinen prunkvollen Sälen voller Fresken und Gemälde sowie der Campanile mit der ‚Loggetta’ zu seinen Füßen. Diese wurde zwischen 1537 und 1540 errichtet und diente den Patriziern der ‚Serenissima’, wie Venedig dereinst ehrenvoll genannt wurde, als Versammlungsort. Der riesige freistehende Glockenturm selbst wurde bereits im 12. Jahrhundert vollendet und anschließend durch Erdbeben, Feuer und Blitzeinschläge mehrmals beschädigt, bis er im Juli 1902 in sich zusammenbrach, um anschließend originalgetreu wiedererrichtet zu werden. Für lange Zeit besaß er aber noch eine weitere wichtige Bedeutung: Er markierte nämlich für die Seefahrer schon von Weitem den nach langen Reisen heftigst ersehnten Anlegepunkt.

Abschließend noch ein Tipp: Sollten Sie zu Pfingsten in ‚bella Venezia’ sein, dann versuchen Sie unbedingt, einen guten Platz mit Blick auf die ‚Vogalonga’ zu erhaschen. Nach dem klassischen Kanonenschuss beginnt nämlich direkt vor der Piazza San Marco der sehenswerte Ruderwettkampf, an dem Ruderboote, Kanus oder Gondeln teilnehmen. Die Strecke beträgt 30 Kilometer und führt bis hinaus nach Burano und dann über Murano über den Canal Grande wieder zurück. Start und Zielpunkt ist selbstredend das Zentrum der herrlichen Stadt - der Markusplatz.

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