Catania

Catania

Catania – die schöne ‚schwarze Tochter des Ätna’

ID 96834317 © Napa735 | Dreamstime.comCatania liegt an der Ostküste Siziliens an der Mündung des Flusses Simeto und den südlichen Ausläufern des Ätna. Mit ca. 315.000 Einwohnern ist die Hafen- und Universitätsstadt nach Palermo die zweitgrößte Stadt Siziliens.

Mit sieben weiteren spätbarocken Städten des ‚Val di Noto’ gehört Catania zum Weltkulturerbe. Für die Sonnenanbeter unter Ihnen ist die Stadt geradezu ideal, denn Catania zählt zu den Orten mit den meisten Sonnenstunden in Europa. Bestimmend ist ein mediterranes Klima mit heißen Sommern und milden Wintern, in denen bereits tagsüber frühlingshafte Werte erreicht werden können.

Catania wurde einst von den Sikelern gegründet. Um 729 v. Chr. legten dann die Griechen eine Kolonie namens ‚Katane’ an, die 263 v. Chr. von den Römern erobert wurde. Anschließend prosperierte die Stadt, obwohl sie im Laufe der Zeit immer wieder durch heftige Ausbrüche des nahegelegenen Ätna zerstört wurde. Im Jahr 251 konnte der Lavastrom der Legende nach nur durch Hilfe der Hl. Agatha gestoppt werden, die ein Jahr zuvor in Catania ihr Martyrium erlitt. Nach Zusammenbruch des Weströmischen Reiches fiel die Stadt zunächst an die Goten, anschließend an die Byzantiner und Araber. Diese wurden wiederum im Jahre 1071 vom Normannenfürsten Roger I. vertrieben. Genau hundert Jahre später verheerte dann ein schweres Erdbeben fast die gesamte Stadt. Weitere umfangreiche Zerstörungen erlitt Catania durch kaiserliche Heere, die 1197 und 1239 gegen die aufständische Bevölkerung vorgingen. Kaiser Friedrich II. errichtete anschließend bis 1250 das ‚Castello Ursino’. Im 16. und 17. Jahrhundert folgten weitere Katastrophen, die ihren Höhepunkt im Vulkanausbruch von 1669 und letztlich im großen Erdbeben vom 11. Januar 1693 fanden. Dabei wurde Catania fast vollständig zerstört; über 100.000 Menschen starben. Anschließend wurde die Stadt unter dem Baumeister Giovanni Battista Vaccarini fast einheitlich im Stil des Spätbarock wieder aufgebaut. Da für viele Gebäude Lavagestein verwendet wurde, wird die Stadt auch als die ‚schwarze Tochter des Ätna’ bezeichnet. Nachdem Catania längere Zeit zum bourbonischen Königreich Neapel gehörte, wurde es 1860 Teil des vereinten Italiens. Während des Zweiten Weltkriegs musste die sizilianische Stadt starke Bombenangriffe und Kämpfe erleiden, die wiederum größere Zerstörungen hervorriefen.

Sehenswürdigkeiten in Hülle und Fülle

ID 146067289 © Jozef Sedmak | Dreamstime.comTrotz der vielen Zerstörungen bietet Catania Sehenswürdigkeiten in Hülle und Fülle. So u. a. die Kathedrale der Stadt, ‚Sant’Agata’, die der Schutzpatronin Catanias geweiht ist. Bereits Ende des 11. Jahrhunderts wurde sie als normannische Wehrkirche erbaut, von der heute jedoch kaum noch etwas erhalten geblieben ist. Nach dem großen Erdbeben von 1693 wurde sie von Vaccarini mit einer sehenswerten Barockfassade versehen. In der Kathedrale befindet sich die Grabstätte des berühmtesten Sohnes der Stadt: des Opernkomponisten Vincenzo Bellini, dem Schöpfer bekannter Meisterwerke wie ‚Norma’ und ‚I Puritani’.

Auf der ‚Piazza del Duomo’ in Nachbarschaft zum ‚Palazzo degli Elefanti’, dem heutigen Rathaus, steht der berühmte und ebenfalls von Vaccarini errichtete sog. ‚Elefantenbrunnen’. Er ist das Wahrzeichen Catanias. Ein aus schwarzem Lavagestein gefertigter Elefant trägt dabei einen ägyptischen Obelisken, der in römischer Zeit vermutlich im Amphitheater aufgestellt war. Dem Volksglauben zufolge soll das Wappentier Catanias die Macht haben, den Zorn des unberechenbaren Vulkans zu besänftigen. Das barocke Erscheinungsbild vervollständigen die vielen sehenswerten Paläste, so zum Beispiel der ‚Palazzo Biscari’, der gemeinhin als bedeutendster Palazzo Catanias gilt.

Kerzengerade von der ‚Piazza del Duomo’ führt dann die fast 3 km lange Hauptstraße der Stadt, die ‚Via Etna’, in Richtung des aktiven Vulkans. Zahlreiche Geschäfte, Plätze und Restaurants verführen hier zum Shoppen und Genießen. Derart gestärkt sollten Sie unbedingt die ‚Collegiata’ in der gleichen Straße bewundern - die einstige königliche Palastkapelle mit ihrer opulenten und herrlich geschwungenen Barock-Fassade. Noch mehr bedeutende Kirchen gibt es dann in der schönsten Barockstraße Catanias, der ‚Via dei Crociferi’, zu sehen, die Sie als Ferienhaus-Urlauber unbedingt besuchen sollten. Sie ist als ‚Straße der Kirchen’ bekannt, da Sie hier nicht weniger als 4 Kirchen bewundern können. Die ‚Badia di Sant’Agata’ zum Beispiel, eine ehemalige Abtei mit schöner Kirche, die - wie könnte es anders sein - unter Vaccarini wiederaufgebaut wurde. Sie ist gemeinsam mit der Kirche ‚San Benedetto’ ein Beispiel für den effektvollen und prunkvollen Stil des sizilianischen Barock. Während Sie in der Kirche ‚San Francesco’ u. a. noch riesige Kandelaber bestaunen können, ist das ehemalige Benediktinerkloster ‚San Nicolò l’Arena’ die eigentliche architektonische Sehenswürdigkeit der Via Crociferi. Heute beherbergt sie einen Teil der Universität. Beim Besuch der Kirchen beachten Sie bitte, dass diese meist nur morgens geöffnet sind.

Im Banne des Vulkans ...

Doch Catania bietet noch weit mehr Sehenswürdigkeiten als barocke Kirchen. So zum Beispiel das römische Amphitheater, das aus Marmor und Lavagestein erbaut wurde und mit seinen 7000 Sitzplätzen eines der größten der Insel war. Heute ist es teilweise von barocken Gebäuden überbaut. Das ‚Castello Ursino’, das als Zwingburg vom Staufer-Kaiser Friedrich II. erbaut wurde, sollten Sie auf jeden Fall besichtigen. Im 14. Jahrhundert war es Residenz der aragonischen Könige. Das oberste Geschoss wurde vermutlich im 16. Jahrhundert von den herrschenden Spaniern abgetragen, um den aufkommenden Kanonen weniger Angriffsfläche zu bieten. Heute beherbergt es das ‚Museo Civico’ u. a. mit einer Sammlung griechischer Plastik. Sehenswert sind auch die beiden Museen mit den Geburtshäusern des Schriftstellers Giovanni Verga und des Komponisten Vincenzo Bellini. Die Gärten der ‚Villa Bellini’ laden vor allem im Sommer dazu ein, sich im Schatten der Bäume und beim Plätschern der Brunnen ein wenig vom Besichtigungsstress auszuruhen oder sogar ein kleines Picknick zu veranstalten. Zum jüdischen Friedhof und den alten jüdischen Bädern gelangt man an der ‚Porta Judice llo’.

Sind Sie vom 3. bis zum 5. Februar in Catania, dann nehmen Sie unbedingt an einem der größten Feste Siziliens mit mehr als 200.000 Besuchern teil – dem alljährlichen Fest zu Ehren der Stadtpatronin, der Hl. Agatha. Dutzende Freiwillige tragen hierbei riesige Kerzen auf ihren Schultern und ziehen die Reliquienstatue sowie silberne Sänften durch die Altstadt.

Wollen Sie auch die Gegend um Catania erkunden, dann empfehlen wir Ihnen die Barockstadt Acireale. Für die knapp 60.000 Einwohner gibt es tatsächlich fast 100 Kirchen! Die Hauptattraktion von Aci Trezza, einem kleinen Badeort, sind hingegen die ‚Farraglioni’, die ‚Felsen der Zyklopen’. Die 8 Basaltgesteine soll einst der Riese Polyphem vom Ätna aus auf Odysseus geworfen worden sein, um ihn am Verlassen der Insel hindern.

Einen Ausflug dürfen Sie als Ferienhaus-Urlauber aber keinesfalls verpassen: den Besuch des Ätna! Von Catania aus bieten selbstverständlich zahlreiche Veranstalter Tagesausflüge an, die Sie zum Vulkan bringen, die Fahrt (fast) bis zum Krater organisieren und einen Führer für den nicht ungefährlichen restlichen Aufstieg bereitstellen. Reisen Sie selbst oder mit dem Bus an, dann denken Sie daran, dass Sie auf eigene Faust nur bis zur 1. Ebene des Ätna kommen. Den rauchenden Krater erreichen Sie dann ausschließlich im Rahmen einer Führung.

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