Triest

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Triest - ‚Klein-Wien an der Adria’

ID 95748737 © Gkasabova | Dreamstime.comMultikultureller geht es kaum - denn Triest (ital.: ‚Trieste’) war schon immer ein Ort, an dem die unterschiedlichsten Völker, Sprachen und Religionen aufeinandertrafen. Des Öfteren wurde Triest deshalb als ‚frühes New York’ bezeichnet.

Die bedeutende Hafenstadt am gleichnamigen Golf grenzt mit ihren knapp 210.000 Einwohnern an Slowenien und ist Hauptstadt der autonomen Region Friaul-Julisch Venetien. Darüber hinaus ist Triest, das fast fünfeinhalb Jahrhunderte zur Habsburgermonarchie gehörte, eine wichtige Universitäts- und Bischofsstadt und besitzt einen eigenen Flughafen.

An den Ausläufern des Karsts gelegen, weisen Triest und sein Hinterland ein submediterranes Klima auf. Ferienhaus-Urlauber erwarten somit heiße, trockene Sommer und milde, regenreiche Winter. Die Wassersportler unter Ihnen werden sich freuen: Die durchschnittlichen Wassertemperaturen liegen im Sommer zwischen 24 °C und 28 °C.

Große Plätze und ein ‚Canal Grande’

Die Gegend um Triest war zunächst von Kelten und Illyrern bewohnt. Ab 128 v. Chr. besiedelten dann die ersten Römer den ‚Tergeste’ genannten kleinen Ort, der sich im Laufe der Zeit zu einer wichtigen Hafenstadt entwickelte. Nach dem Untergang des Weströmischen Reichs wechselten sich ostgotische, byzantinische und langobardische Herren ab, bis die Stadt im Jahre 774 ins Reich Karls des Großen eingegliedert wurde. 230 Jahre später erfolgte die Eroberung durch Venedig, bis Triest 1382 unter habsburgische Herrschaft kam. Erst 1918 fiel die Stadt an Italien, um dann nach 1945 mitsamt ihrem Hinterland von Jugoslawien beansprucht zu werden. Ein knapp 10-jähriges Intermezzo als ‚Freies Territorium Triest’ entstand, bis Triest ab dem Jahre 1954 wieder zu Italien gehörte.

ID 37269937 © Ed Francissen | Dreamstime.comZentrum der prächtigen Stadt, die aufgrund ihres prägenden österreichisch-habsburgischen Einflusses auch als ‚Klein-Wien an der Adria’ bezeichnet wird, bildet die riesige, ganze 16.000 qm große ‚Piazza dell’Unità d’Italia’, an der Sie Ihren Stadtrundgang beginnen sollten. Denn der ans Meer grenzende Platz wird auf drei Seiten von neoklassizistischen Prachtbauten gesäumt - so dem ‚Palazzo del Governo’, der ‚Casa Stratti’, dem Rathaus, dem Hotel ‚Duchi d’Aosta’ und dem ‚Palazzo del Lloyd Triestino’. In der Mitte des Platzes steht ein schöner Brunnen, der die damals bekannten vier Kontinente darstellt. Er gehört wie der ‚Palazzo Pitteri’ und die Säule mit Kaiser Karl VI. zu den barocken ‚Überbleibseln’, die die vollkommene Neugestaltung des Stadtzentrums zwischen 1870 und 1900 unbeschadet überstanden haben.

An die Piazza schließt sich unmittelbar der nächste wichtige Platz an: die ‚Piazza Verdi’. Hier befindet sich das städtische, nach dem berühmten Komponisten benannte Opernhaus ‚Teatro Lirico Giuseppe Verdi’, das ab 1798 von Matteo Pertsch errichtet wurde. Opernliebhabern sei es wärmstens ans Herz gelegt, denn noch heute ist es eines der wichtigsten Häuser des Landes. Weiteres Schmuckstück des Platzes ist die 1806 errichtete ‚Alte Börse’, deren Fassade an eine griechische Tempelfront mit Portikus erinnert.

Die eigentliche Altstadt von Triest finden Sie zu Füßen des Hügels ‚San Giusto’. Leider sind nur noch wenige der ursprünglichen Gassen vorhanden, deren Häuser immerhin in den letzten Jahren wieder restauriert wurden. Mussolini hatte bewusst große Teile der Viertel verkommen oder gar zerstören lassen, um die römischen Reste freizulegen – so u. a. die Ruinen des ‚Teatro Romano’ aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. Ein weiteres antikes Relikt ist der ‚Arco di Riccardo’, das älteste Bauwerk Triests überhaupt. Das über sieben Meter hohe Tor gehörte einstmals zur römischen Stadtmauer, die 33/32 v. Chr. unter Kaiser Augustus errichtet wurde. Hier soll übrigens viele Jahrhunderte später der englische König Richard Löwenherz bei seiner Rückfahrt vom Kreuzzug festgenommen worden sein.

Auf dem Hügel von San Giusto finden Sie ein wichtiges Wahrzeichen der Stadt: die gleichnamige Kathedrale, die kurioserweise auf eine romanische Doppelkirche zurückgeht. Die linke war der Gottesmutter, die rechte dem Stadtpatron, dem Hl. Justus geweiht. Im 14. Jahrhundert wurden beide Kirchen zur heutigen Kathedrale vereint. Noch weiter ober auf dem Hügel erhebt sich dann das zweite mächtige Wahrzeichen Triests: Das ,Kastell von San Giusto’ dessen Bau in seiner heutigen Form von Friedrich III. im Jahre 1470 befohlen, aber erst 1630 beendet wurde.

Nicht verpassen auf Ihrem Rundgang dürfen Sie die Theresienvorstadt (ital.: ‚Borgo Teresiano’), die quasi die Neustadt zwischen der ‚Piazza d’Unità d’Italia’ und dem Hauptbahnhof bildet. Hier müssen Sie unbedingt am romantischen ‚Canal Grande’ entlangschlendern, der von der Uferstraße in die Stadt hineinführt. Die wunderschöne klassizistische Kirche Sant’Antonio Nuovo von 1842 bildet den würdigen Abschluss des Kanals und ist zugleich die größte katholische Kirche Triests. Ein weiteres sehenswertes Stadtviertel ist die natürlich die ‚Josephsvorstadt’ (ital.: ‚Borgo Giuseppino’), deren Zentrum die sich zum Meer öffnende ‚Piazza Venezia’ bildet. Hier können Sie dem Ein- und Auslaufen der Fischerboote zuschauen, während Sie unter den schattigen Alleebäumen auf dem Platz entspannen oder in eine der Bars einkehren.

Dass eine so kunstreiche Stadt wie Triest natürlich auch interessante Museen besitzt, wird Sie nicht überraschen. Besuchen Sie doch zum Beispiel einmal das ‚Civico Museo Revoltella - Galleria d’Arte Moderna’, eines der größten und bedeutendsten unter ihnen. In einer ehemaligen Stadtresidenz untergebracht, enthält es die originale Wohneinrichtung der Familie Revoltella mitsamt Gemälden, Skulpturen und weiteren Werken des 19. und 20. Jahrhunderts. Ebenfalls Einrichtungen prächtiger Bankiersvillen präsentieren das ‚Civico Museo Morpurgo’ sowie das ‚Civico Museo Sartorio’. Die ‚Galleria Nazionale d’Arte Antica’ umfasst hingegen Gemälde und Zeichnungen der italienischen Schule vom 15. bis 19. Jahrhundert.

Nachdem Sie die Stadt etwas besser kennengelernt haben, müssen Sie sich als Ferienhaus-Urlauber aber auf jeden Fall noch auf den Weg zu drei absoluten Highlights der Gegend aufmachen! Zunächst zu einem architektonischen Schatz - dem Schloss ‚Miramare’ mit seinen herrlichen Gärten, das von 1856-1860 für Erzherzog Maximilian von Habsburg und seine Frau Charlotte erbaute wurde. Ca. 5 km von Triest entfernt und auf einer steilen Felsenklippe gelegen, haben Sie hier tatsächlich einen atemberaubenden Blick über die Adria.

Den Literaturbegeisterten unter Ihnen wird bei der nächsten Sehenswürdigkeit sicherlich das Herz höher schlagen: So liegt in der benachbarten Gemeinde Duino-Aurisina das Schloss ‚Duino’. Hier hat Rainer Maria Rilke während seines Aufenthalts in Triest von Oktober 1911 bis Mai 1912 begonnen, seine weltberühmten ‚Duineser Elegien’ zu schreiben.

Nach soviel Kultur nun noch ein wenig faszinierende Natur: Knappe 15 km Fahrt bringen Sie von Triest zur größten Schauhöhle der Welt im Ort Sconigo, der 380 m langen ‚Grotta Gigante’ mit einer Hallenhöhe von fast 100 m!

Die ‚Stadt des Kaffees’

Was wäre Triest ohne seine Kaffeehäuser? - Einfach nicht ‚Triest’ ... und deshalb empfehlen wir allen Ferienhaus-Urlaubern, zumindest eines der traditionsreichen Cafés aufzusuchen. So z. B. das ‚Caffè Tommaseo’ am Lungomare, das, seit 1830 betrieben, sogar zu den ältesten Cafés in ‚tutta Italia’ gehört. Das bekannteste Kaffeehaus der Stadt befindet sich in der prächtigen ‚Casa Stratti’: das ‚Caffè degli Specchi’. Hier fühlten sich schon Rilke und Kafka zuhause. In der ‚Via Cesare Battisti’ wiederum befindet sich das Jugendstilcafé ‚Antico Caffè San Marco’, das 1914 eröffnet wurde.

Die Tradition des guten Kaffees ist so mit der Stadt an der Adria verbunden, dass die Triestiner Kaffeehäuser für viele Cafés weltweit zum Vorbild wurden. So war beispielsweise das 1956 eröffnete ‚Caffè Trieste’ in San Francisco die erste Espressobar an der amerikanischen Westküste ... Als lokale Kaffeespezialität gilt übrigens der ‚Capo Triestino’, auch ‚Capo in B’ oder ‚Capo in bicchiere’ genannt, den bereits James Joyce oder Italo Svevo geschätzt haben sollen. Versuchen Sie doch einfach mal diesen Miniatur-Cappuccino in einer Glastasse. Stilecht nimmt man ihn in einer Bar ein.

Noch ein Wort zu den kulinarischen Versuchungen der Stadt. Diese sind so zahlreich, wie sie aufgrund der jahrhundertelangen mittel, süd- und osteuropäischen, aber auch asiatischen Einflüsse nur sein können. Probieren Sie doch einfach mal ‚Minestra de Bisi Spacai’, ‚Sardoni Impanai’, ‚Capuzi Garbi in Tecia’ oder ‚Fritto Misto Mare’. Süßspeisenliebhaber werden ihre Freude an ‚Presnitz’, ‚Crostoli Speciale’, ‚Gugelhupf’, ‚Rigo Jancsi’ oder an der ‚Triester Torte’ haben. Serviert werden einige dieser Köstlichkeiten auch in zwei typischen Lokalarten der Stadt. So z. B. im ‚Buffet’, einem kleinen Gasthaus mit einheimischen Speisen oder der ‚Osmizza’, einer Art österreichischem Heurigen.

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