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Tanz auf dem Vulkan: Kurztrip nach Vulcano

Nördlich von Sizilien liegt die Gruppe der Liparischen Inseln im Tyrrhenischen Meer. Die sieben Inseln sind vulkanischen Ursprungs und beherbergen zwei aktive Feuer speiende Berge: Vulcano und Stromboli.  

Vulcano ist die Insel, die dem sizilianischen Festland am nächsten liegt. Sie ist nur dünn besiedelt. Rund 700 Menschen leben auf dem Eiland, das als Namensgeber für sämtliche Feuer speienden Berge auf der Erde fungiert.  

Dampfende Fumarolen, gelbe Schwefelfelder und der oft infernalische Gestank nach Schwefeldioxid sind eindeutige Anzeichen, dass es unter der Insel rumort und brodelt. 1888 brach der aktive Vulkan zuletzt aus und die nächste große Eruption ist nach Aussagen der Wissenschaftler überfällig.  

Die Schmiede des Feuergottes

Der Name der Insel Vulcano geht auf den römischen Gott des Feuers (Vulcanus) zurück. Er war darüber hinaus der Gott aller Schmiede und Metallhandwerker, da für diese Berufe die Nutzung des Feuers Voraussetzung war. Da der Vulkan auf der Insel bereits in der Antike permanent aktiv war, galt Vulcano in der römischen Mythologie als „Schmiede des Feuergottes“. Im Altertum war der Vulkan bekannter als der Stromboli auf der gleichnamigen Insel, die ebenfalls zum Archipel der Liparischen Inseln gehört.  

Vulkankomplexe auf Vulcano

Wer auf Vulcano einen ebenmäßig geformten, kegelförmigen Berg erwartet, aus dem eine dünne Rauchsäule kräuselnd in die Luft aufsteigt, wird enttäuscht sein. Die Insel entstand als Folge mehrerer Ausbruchsphasen, die vor rund 136.000 Jahren begannen. Es werden verschiedene eruptive Phasen unterschieden, wobei sich die vulkanischen Aktivitäten vom Südteil in den Nordteil der Insel verlagerten.  

Die ältesten Gebiete im südlichen Teil und werden als Alt-Vulcano bezeichnet. Dort befindet sich mit dem rund 500 m hohen Monte Aria der höchste Punkt der Insel. Im Nordwesten befindet sich der sogenannte Lentia-Komplex. Dort entstand vor etwa 10.000 Jahren der heutige aktive Vulkan. Die 391 m hohe Fossa befindet sich augenblicklich im Fumarolen-Stadium.  

Das heißt: Rund um die Caldera und selbst im flachen Wasser vor der Küste steigt aus unzähligen Rissen und Löchern im Boden heißer Wasserdampf auf, der mit vulkanischen Gasen vermischt ist. Aktivitäten der Fossa sind seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. belegt. Antike Schriftsteller wie der griechische Geschichtsschreiber Thukydides berichteten von regelmäßigen Aktivitäten auf der Insel Vulcano.  

Video: Vulcano • Wandern vor der Küste Siziliens in Italien

Das „Tote Feld“

Vulcano ist eine karge Steinwüste ohne Bäche, Flüsse oder andere Süßwasserquellen. Vegetation gibt es kaum, doch ihren Reiz bezieht die Insel aus den geologischen Besonderheiten. Zwischen einem flachen Lava-Plateau im Norden und der Fossa erstreckt sich das sogenannte „Tote Feld“. In dem 37.000 m² großen Areal befinden sich unzählige Fumarolen, aus denen Wasserdampf entweicht. Das Feld mit vulkanischer Aktivität erstreckt sich bis in die Flachwasserzone an der Küste, wo Gasbläschen vom Meeresgrund aufsteigen.  

Das Felsgestein ist durch den hohen Schwefelanteil an vielen Orten gelb gefärbt. Mineralien wie Gips, Salmiak und Schwefel haben sich rund um die rauchenden Schlote abgelagert. In der Luft liegt der unangenehme Geruch von Schwefeldioxid. Auf Touristen üben die widrigen Bedingungen auf der Vulkaninsel eine große Anziehungskraft aus. Viele nehmen ein Bad im schwefelhaltigen Schlammpool Vasca di Fanghi, der von aufsteigenden Gasen auf eine Temperatur von bis zu 52 °C erwärmt wird. Der schwefelhaltige Schlamm soll Linderung bei Arthritis, Rheuma und verschiedenen Hautkrankheiten verschaffen.  

Evakuierung der Insel im Jahr 2021

Im November 2021 kam es zu einer Evakuierung der Insel Vulcano. Forscher registrierten das verstärkte Austreten giftiger Gase sowie steigende Temperaturen. Beide Faktoren deuteten auf einen bevorstehenden Ausbruch der Fossa hin. Die Warnstufe wurde von „Gelb“ auf „Orange“ heraufgesetzt. Große Sorge bereitete den Forschern der sprunghafte Anstieg der Kohlendioxid-Konzentration an den Fumarolen, der rund sechsmal so hoch war, wie unter normalen Bedingungen.  

Da das Gas schwerer als Luft ist, kann es den Sauerstoff in Bodennähe verdrängen und sich in den Wohnräumen anreichern. Es bestand die Gefahr, dass die Bewohner im Schlaf ersticken. Aus diesem Grund wurde etwa die Hälfte der Bevölkerung evakuiert und Vulcano wurde für Touristen gesperrt. Der befürchtete Ausbruch des Vulkans bleib jedoch aus und heute können Sie die Insel im Rahmen eines Tages- oder Halbtagesausflugs wieder besuchen.  

Bootstouren ab Sizilien

Wenn Sie den Urlaub in einem Ferienhaus in Italien auf der Insel Sizilien verbringen, dürfen Sie sich einen Bootsausflug zur Vulkaninsel nicht entgehen lassen. Nur 20 km trennen Vulcano vom sizilianischen Festland. Dementsprechend kurz ist die Überfahrt. Die Boote legen in den Hafenstädtchen Milazzo und Tropea ab. Bei einigen Ganztagestouren wird neben Vulcano noch die Nachbarinsel Lipari angesteuert.

Sie haben Zeit zur freien Verfügung, die Sie für die Erkundung der Lavafelder und der Fumarolen nutzen können. Sie haben die Gelegenheit, an pechschwarzen Stränden ein Bad zu nehmen und im Schlammpool die heilende Wirkung des mineralhaltigen Schlamms kennenzulernen. Die Königsdisziplin für unerschrockene Inselbesucher ist der Aufstieg zum Rand des Gran Cratere durch gelbe Schwefelfelder. Ein Spaziergang am runden Kraterrand gleicht tatsächlich dem sprichwörtlichen „Tanz auf dem Vulkan“.

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