Der Ponte Vecchio – wo noch heute Gold geschmiedet wird

Der ‚Ponte Vecchio’ (dt.: ‚Alte Brücke’) ist die älteste und schönste Brücke über den Arno in Florenz und zugleich eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Italiens. Er gilt als eine der ältesten Segmentbogenbrücken der Welt und wurde nach gut zwölfjähriger Planungs- und Bauphase im Jahre 1345 fertig gestellt.

Sind Sie als Ferienhaus-Urlauber in ‚bella Firenze’, dann stellen der Besuch der Brücke und das obligatorische Foto vor allem in den romantischen Abendstunden selbstverständlich ein absolutes Muss dar!

Ein erster Übergang über den Arno existierte hier bereits zur Zeit der Etrusker. Nachdem schließlich 1333 ein Hochwasser eine Holzbrücke an gleicher Stelle zerstört hatte, wurde die heutige Steinbrücke errichtet. Unverwechselbares Kennzeichen des Ponte Vecchio sind die lückenlos aneinandergereihten kleinen Läden zu beiden Seiten, die mit ihrem hinteren Bauteil über den eigentlichen Brückenrand herauskragen, um mehr Fläche zu generieren. Durch die Geschäfte ist für den Fußgänger allerdings der Blick auf den Arno versperrt – bis auf zwei Ausnahmen genau in der Mitte: zum einen durch drei Arkadenbögen flussaufwärts nach Osten und dank einer Freifläche auch flussabwärts nach Westen. Hier steht auch die Büste Benvenuto Cellinis, dem bekanntesten Florentiner Goldschmied des 16. Jahrhunderts. Dieser schuf zugleich die Bronzestatue des ‚Perseus’ auf der ‚Piazza della Signoria’ und ihm hat Hector Berlioz 1837 seine Oper ‚Benvenuto Cellini’ gewidmet.

Früher stinkender Unrat, heute „Himmel der Frauen und Hölle der Männer“

Für Planung und Ausführung des Ponte Vecchio war höchstwahrscheinlich der Maler und Baumeister Taddeo Gaddi (1290-1366) zuständig gewesen, ein Schüler Giotto di Bondones, der sich an ein für die damalige Zeit bahnbrechendes Bauwerk heranwagte. Er plante die Brücke mit drei großen, eleganten und sehr flachen Segmentbögen. Bei einer maximalen Spannweite von 30 m und bei einer Gesamtbreite von 32 m weisen die Pfeilerhöhen lediglich 3,90 - 4,40 m auf. Obwohl bereits schon die Römer Segmentbögen gebaut hatten und in Asien etwa 100 Jahre zuvor derartigen Brücken entstanden, waren die flachen Kreisabschnitte im Europa des Mittelalters etwas Revolutionäres.

Die Brücke hatte nicht nur die Aufgabe, Widerstand gegen Hochwasser und Eisgang zu bieten, sondern sollte darüber hinaus doppelt so breit sein wie ihre Vorgängerin. Auch sollte sie wieder verschiedenen Handwerkszünften ermöglichen, Werkstätten und Läden auf der Brücke zu errichten. Denn diese bescherten der Stadt alljährlich hohe Mieteinnahmen, auf die man keinesfalls verzichtet wollte.

Video: PONTE VECCHIO ("Old Bridge")-Florence, Italy

Vor allem Metzger und Gerber siedelten sich an, da sie das Wasser des Flusses entweder für ihre Tätigkeit benötigten oder zur Entsorgung nutzen. De Geruchsbelästigung war jedoch enorm. So warfen die Schlachter ihre stinkenden Abfälle in den Arno, während die Gerber ihre Stoffe, die zuvor mit Pferdeurin behandelt wurden, im Wasser wuschen. Auf Geheiß Cosimos I. de’ Medici wurde diesem Missstand 1565 Abhilfe geschaffen: Nur noch Goldschmiede durften sich auf der Brücke niederlassen, die keinerlei übelriechenden Abfall mehr produzierten. Und noch heute befinden sich neben den üblichen Souvenirgeschäften zahlreiche Juweliere in den kleinen Läden auf der Brücke, weshalb manche Fremdenführer den Ponte Vecchio als „Himmel für die Frauen und Hölle für die Männer“ bezeichnen.

Ein kunstvoller Fluchtweg

Im gleichen Jahr befahl der Großherzog der Toskana ein Kuriosum: einen ca. 800 m langen überdachten Gang, der die beiden wichtigsten Paläste von Florenz, den ‚Palazzo Vecchio’ und den ‚Palazzo Pitti’, miteinander verbindet. Da sich die beiden Paläste nicht auf dem gleichen Ufer des Arno befanden, musste der Gang über die Brücke führen. So baute Giorgio Vasari 1565 einfach über der Ladenzeile einen Übergang, der zum Teil des sogenannten ‚Vasarikorridors’ wurde. Ziel war es, den Großherzog vor den Unbilden des Wetters und einem eventuell aufmüpfigen Volk zu schützen, also einen geeigneten Fluchtweg zu bilden. Der Gang war sogar so breit, um einer 2-sitzigen Kutsche Platz zu bieten.

Um den Gang durch den Korridor, der vom Palazzo Vecchio ausgeht, dann durch die Uffizien verläuft, den Arno überquert und schließlich am Palazzo Pitti endet, auszuschmücken, wurden zahlreiche Gemälde an den Wänden aufgehängt - meist Portraits und Selbstportraits von Malern und anderen Künstlern, die aus der Sammlung der Uffizien stammten. Unser Tipp für alle Ferienhaus-Urlauber: Besorgen Sie Ihre Eintrittskarten frühzeitig, denn aufgrund des engen Raums und der kritischen klimatischen Verhältnisse im Innern des Korridors ist ein Besuch der sehenswerten Sammlung nur in Gruppenführungen und nach vorheriger Reservierung möglich.

Dass der Ponte Vecchio noch heute in seiner (fast) originalen Gestalt zu bewundern ist, grenzt an ein Wunder. Denn im Laufe der Zeiten war er mehrmals ernsthaft bedroht. So plante die deutsche Wehrmacht, ihn gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wie andere Brücken – u .a. den ‚Ponte di Santa Trinità’ aus dem Jahre 1567 - zu sprengen. Zum Glück verzichtete sie aber aus unbekannten Gründen darauf. Auch das dramatische Hochwasser vom 4. November 1966, das gewaltige Schäden in der historischen Stadt anrichtete, bedrohte die Brücke ernsthaft. Der Wasserspiegel des Arno schwoll so stark an, dass die Fluten meterhoch über die Brücke hinwegströmten. Das Brückengeländer und selbst einige der Läden wurden mitgerissen. Die statische Substanz der Brücke blieb allerdings unversehrt. Nach schnell ausgeführten Restaurierungsarbeiten erstrahlte die Brücke jedoch wieder im originalen Glanz und bildet bis heute einen der beliebtesten Plätze in ‚bella Firenze’ – nicht nur für frisch Verliebte!

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