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Palermo - eine normannische Glanzleistung

Mit ca. 670.000 Einwohnern ist Palermo das politische wie kulturelle Zentrum der größten italienischen Insel. Die Hauptstadt Siziliens liegt an einer Bucht des Tyrrhenischen Meeres an der Nordküste und besitzt einen eigenen Flughafen.

Palermo können Sie als Ferienhaus-Urlauber aber bedenkenlos auch als Autofahrer erreichen, denn die bedeutende Hafenstadt steuern zahlreiche Autofähren an - u. a. von Genua, Civitavecchia oder Neapel. Weitere Schiffsverbindungen bestehen mit Cagliari, Malta oder Tunis.

Im 8. Jahrhundert v. Chr. wurde die Stadt von Phöniziern gegründet. Nach ihrer Eroberung durch Rom im Jahre 254 v. Chr. erhielt sie den Namen ‚Panormus’. In der Zeit der Völkerwanderung eroberten Vandalen die Stadt, die daraufhin an Bedeutung verlor. 535 n. Chr. fiel sie an die Byzantiner, doch erst unter islamischer Herrschaft setzte eine wirtschaftliche und kulturelle Erholung ein. Einen großen Einschnitt brachte schließlich das Jahr 1072, als die Normannen unter Roger I. Palermo eroberten und die Stadt ab 1130 zur Hauptstadt des Königreichs Sizilien machten. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Kirchen und Paläste, die allesamt deutliche arabische Beeinflussung aufwiesen. Allein sieben dieser faszinierenden Bauwerke zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe und sollten deshalb auf Ihrem Besuchsprogramm stehen. Der Ausbau der Stadt zur royalen Residenz erfolgte 1194, als die Staufer unter Kaiser Friedrich II. das Zepter übernahmen. Bereits nach kurzer Zeit geriet Sizilien jedoch unter die Herrschaft von Karl von Anjou. Er verlegte die Hauptstadt seines Reiches nach Neapel, wodurch Palermo mehr und mehr verarmte. Ergebnis war die berühmte ‚Sizilianische Vesper’ von 1282, mit der die Franzosen von Sizilien vertrieben wurden. Ein Kuriosum entstand: die Aufteilung in ein insulares und ein kontinentales Sizilien. Palermo blieb zunächst Hauptstadt des Insel-Königreichs, bis es 1412 an Aragon fiel und zum Sitz der Vizekönige degradiert wurde. Im Laufe der Jahrhunderte folgten weitere bewegte Zeiten: Spanier, Savoyer und Österreicher wechselten sich als Herren der Stadt ab, die allerdings immer weiter an Bedeutung verlor. 1861 wurde Palermo mit Sizilien schließlich dem neuen Königreich Italien angegliedert.

Verfall und Schönheit einer ‚Mafiastadt’

Der Zweite Weltkrieg traf Palermo schwer. Vieles wurde zerstört oder beschädigt. Nach 1945 zogen viele Bewohner der Altstadt an den Stadtrand. Hinzu kam ein starker Zustrom von Arbeitern aus den ländlichen Regionen der Insel, so dass die Einwohnerzahl rasant anstieg. Einfache Sozialsiedlungen wurden errichtet, während das alte Stadtzentrum verwaiste und verfiel. Hinzu kam eine weitere Geißel der Stadt: die Mafia, die bis Ende des 20. Jahrhunderts die Stadt fest im Griff hatte. Zwei große Mafiakriege waren die Folge und der Ruf als eine der gewalttätigsten Städte Europas. Dies änderte sich erst unter Leoluca Orlando, der als Bürgermeister entschlossen den Kampf der Bevölkerung gegen die Mafia aufgriff. Zugleich rief er zahlreiche Sanierungsmaßnahmen ins Leben. Viele verfallene Gebäude konnten somit restauriert werden - u. a. das Teatro Massimo, eines der europaweit größten Opernhäuser, das 1997 wiedereröffnet wurde. Der Besuch einer Aufführung in dem prächtigen Gebäude sei Ihnen wärmstens empfohlen!

Video: "Grenzenlos - Die Welt entdecken" in Palermo

Sind Sie als Ferienhaus-Urlauber in Palermo, dann sollten Sie sich gleich mittenrein in die Altstadt begeben. Die ‚Quattro Canti’ an der Kreuzung der Hauptstraßen ‚Corso Vittorio Emanuele’ und ‚Via Maqueda’ sind der erste Anlaufpunkt. Es handelt sich hierbei um ein sehenswertes Vierer-Ensemble von barocken Stadtpalästen an den vier Straßenecken, die fast identisch aufgebaut sind: konkav geschwungene Bauten, deren Fassaden reich mit Statuen geschmückt sind und die vier Jahreszeiten, die spanischen Könige der Stadt sowie die Schutzheiligen der alten Stadtviertel darstellen. In der Nähe der vier Paläste finden Sie die ‚Piazza Pretoria’, die im 16. Jahrhundert angelegt wurde. Dominiert wird Sie ohne jeden Zweifel von einem gigantischen manieristischen Rund-Brunnen, der ‚Fontana Pretoria’ mit einem Umfang von fast 135 m und einer Höhe von 12 m. Die Skulpturen der (zumeist) nackten Flussgötter und Nymphen erregten übrigens von Anfang an großes öffentliches Ärgernis und wurden deshalb immer wieder von Unbekannten beschädigt ...

Viel beliebter war hingegen die ‚Fontana del Genio’ auf der ‚Piazza della Rivoluzione’. Sie zeigt nämlich den alten mythologischen Schutzpatron der Stadt, einen alten Mann mit Krone und einem geteilten Bart, der auf einem Thron sitzt. Seine Arme greifen eine große Schlange, die ihn in die Brust beißt. Auch wenn die genaue Bedeutung immer noch ungeklärt ist, wurde die kuriose Figur zu einem der Wahrzeichen der Stadt.

Unbedingt betrachten müssen Sie zudem die ‚Piazza Marina’ in der Nähe des alten Hafens mit dem ‚Giardino Garibaldi’. Sie wurde 1863 vom Architekten Giovanni Battista Basile angelegt und ist von insgesamt 15 Palästen umgeben – so z. B. dem ‚Palazzo Chiaramonte’, dem ‚Palazzo Notarbartolo’ oder dem ‚Palazzo Mirto’.

Das Highlight unter Palermos Kirchen ist unbestritten die gewaltige Kathedrale, die 1184/1185 errichtet, aber immer wieder ergänzt und umgebaut wurde. Insbesondere der Eingriff am Ende des 18. Jahrhunderts prägt die heutige Gestalt des Gotteshauses - so wurde eine große Kuppel aufgesetzt und das Innere klassizistisch umgestaltet. Im Inneren sollten Sie die Gräber der Staufer Heinrich VI. und Friedrich II. sowie dessen Mutter Konstanze von Sizilien besuchen. Die Krypta und der prächtige Domschatz sind ebenfalls sehenswert.

Kennzeichnend für den normannisch-islamisch-byzantinischen Stilmix in Palermo sind jedoch andere, kleinere Kirchen. Sie erkennen Sie sofort an den blockhaften Bauten mit den kleinen roten Kuppeln, die eine Reminiszenz an die islamische Architektur darstellen. Das älteste dieser Kirchengebäude ist ‚San Giovanni dei Lebrosi’, das 1071 erbaut wurde. Es folgte im Jahre 1130 ‚San Giovanni degli Eremiti’ als Teil des ersten katholischen Klosters auf Sizilien, ‚La Martorana’ ab 1143, ‚San Cataldo’ von 1154 bis 1160 sowie als letzte ‚La Magione’. Zu den gotischen Kirchen der Stadt zählt hingegen ‚Santo Spirito’ aus dem 12. Jahrhundert. Die Barock-Kirche ‚San Giuseppe dei Teatini’, erbaut von 1612 bis 1645, wird Sie sicherlich mit ihrer prächtigen Fassade beeindrucken. Begeistern werden Sie aber auch die Oratorien ‚San Mercurio’, ,San Lorenzo’ sowie das ‚Oratorio del Rosario’ mit ihren höchst kunstvollen Dekorationen aus weißem Stuck.

Von der Helle des sizilianischen Himmels hinab in das Dunkle des Todes – dieses Gefühl können Sie dann in den Katakomben der Kapuzinergruft durchleben, die ab 1599 angelegt wurde. Hier erwarten Sie ca. 1200 Mumien – streng nach Stand, Rang und Beruf geordnet und in die jeweilige Berufs- oder Festtagskleidung gewandet.

Strenge Paläste und goldglänzende Mosaiken

Ein Top-Highlight der Stadt ist natürlich der ‚Palazzo dei Normanni’ bzw. der ‚Palazzo Reale’ - einstmals Sitz der (Vize)Könige und heutiger Sitz des Sizilianischen Parlaments. Keinesfalls verpassen dürfen Sie dort die ‚Cappella Palatina’ und das ‚Zimmer des Roger’, die beide mit kunsthistorisch höchst bedeutenden und wunderschönen Mosaiken verziert sind. Das sog. ‚Wüstenschloss Zisa’ und das Schloss ‚La Cuba’ waren weitere königliche Residenzen, die stark von der islamischen Kunst geprägt und hauptsächlich von arabischen Baumeistern errichtet wurden.

Noch strenger und kubischer aufgebaut als die königlichen Schlösser waren die Adelspaläste der Zeit. Beim Betrachten wird Ihnen sogleich auffallen, dass das Erdgeschoss immer fensterlos ist und dadurch sehr festungsartig wirkt. Etwas offener zeigt sich erst das Obergeschoss, dessen Fenster durch kleine Arkaden unterteilt sind. Paradebeispiel ist der ‚Palazzo Chiaramonte’ aus dem 14. Jahrhundert, den Sie sich auf jeden Fall betrachten sollten. Er diente zudem als Residenz der Vizekönige, als Sitz der Inquisition und schließlich als Gericht. Der 1330 errichtete ‚Palazzo Sclafani’ weist ebenfalls einen Mix aus normannischen, gotischen und arabischen Stil auf, wurde später jedoch großzügig umgebaut. Der quadratische Block des ‚Palazzo Abatellis’ beeindruckt wiederum mit seinem reich geschmücktem Portal und diente lange Zeit als Dominikanerkloster. Heute befindet sich darin die Regionalgalerie mit wichtigen Bildern und Skulpturen vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert - u. a. der ‚Annunziata’ von Antonello da Messina. 3000 Marionetten aus ganz Sizilien präsentiert hingegen das ‚Museo Internazionale delle marionette Antonio Pasqualino’.

Sehnen Sie sich nach den vielen Bauwerken nach ein wenig Grün, dann begeben Sie sich doch einfach in den schönen Botanischen Garten mit seinen fast 12.000 verschiedenen Pflanzen, der Ende des 18. Jahrhunderts angelegt wurde. Aus der gleichen Zeit stammt Palermos größte Parkanlage – der ‚Parco della Favorita’ am Fuß des Hausberges ‚Monte Pellegrino’. Auf dem Berg finden Sie nicht nur steinzeitliche Felsenzeichnungen, sondern auch die Wallfahrtskirche der Stadtpatronin, der Hl. Rosalia. Alljährlich zieht in der Nacht vom 3. auf den 4. September eine Fackelprozession von der Stadt auf den Berg. Ein noch größeres Fest zu Ehren der Heiligen findet jedoch bereits vorher vom 13. bis zum 15. Juli statt, an dem Sie unbedingt teilnehmen sollten, sofern Sie in der Stadt sind. Höhepunkte bilden nämlich die emotionale Prozession mit dem Silberschrein der Hl. Rosalia durch die Gassen der Stadt und das große Feuerwerk am Hafenbecken La Cala.

Ein Besuch Palermos wäre unvollständig, wenn Sie als Ferienhaus-Urlauber nicht auch das berühmte Ensemble der Barockvillen von Bagheria besuchten. Sie sind ebenso in unmittelbarer Stadtnähe wie das Städtchen Monreale mit seinem absolut beeindruckenden Dom. Allein die 6000 m² an Gold-Mosaiken in seinem Innenraum werden Sie überwältigen!

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