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Verona – Wo ‚Romeo und Julia’ lebten

Die ‚Arena’, ‚Aida’, ‚Romeo und Julia’ und ein weltberühmter Balkon – das ist wohl das erste, was einem einfällt, wenn man an Verona denkt. Doch die wunderschöne Stadt im Veneto mit ihren gut 260.000 Einwohnern hat noch viel mehr zu bieten!

Kein Wunder, dass die Altstadt schon lange zum UNESCO-Weltkuturerbe gehört .... Durch die Nähe zum Gardasee und zu Venedig ist die Stadt zudem ein äußerst beliebtes Ausflugsziel und ein wirtschaftliches Zentrum der Region Venetien. Darüber hinaus ist Verona für alle Ferienhaus-Urlauber gut zu erreichen. So besitzt die Stadt einen eigenen Flughafen und ist Station der Brennerbahn Bologna–Innsbruck sowie der Bahnstrecke Mailand-Venedig. Zudem kreuzt hier die Brennerautobahn A22 die Europastraße 70. Das Klima ist warmgemäßigt – bei heißen Sommern, in denen es zuweilen über 37 °C warm werden kann.

Von den Rätern und Euganeern gegründet, wurde die Siedlung um 550 v. Chr. von den Galliern erobert und erst ab 89 v. Chr. zu einer römischen Kolonie. Das gut erhaltene Amphitheater – die ‚Arena di Verona’ – entstand dann über ein Jahrhundert später. Nach der Verwüstung durch Attila im Jahr 452 n. Chr. wurde die Stadt neben Pavia und Ravenna zunächst zur Residenz der Ostgoten, danach der Langobarden, bis sie ans fränkische Reich fiel. Erst zu Beginn des 12. Jahrhunderts wurde Verona unabhängig, sodann aber von den Parteikämpfen der städtischen Adelsparteien, der Montecchi und der San Bonifazi erschüttert. 1387 fiel Verona unter mailändische, 1405 schließlich unter venezianische Herrschaft. Im Jahre 1797 kam die Stadt zu den Habsburgern, um 1866 schließlich dem Königreich Italien zugeschlagen zu werden.

Weltberühmte Wahrzeichen – ‚Arena’ und ‚Balkon der Julia’

Eine Freilichtaufführung von ‚Aida’ oder ‚Nabucco’ in der ‚Arena di Verona’ – für viele ein absolutes Muss, wenn Sie die Stadt im Veneto besuchen. Und das vollkommen zu Recht, denn die Atmosphäre gerade am Abend ist einzigartig, wenn das Innere der alten römischen Arena gefüllt ist, die Lichter anfangen zu leuchten und Tausende gebannt den gewaltigen Klängen von Verdis ‚Triumphmarsch’ lauschen. Tickets sollten Sie jedoch aufgrund der riesigen Nachfrage am Besten schon lange im Voraus buchen.

Erbaut wurde das ehemalige Amphitheater wohl unter Kaiser Tiberius um 30 n. Chr. Mit einer Länge von 138 m und einer Breite von 109 m ist es sogar das zweitgrößte erhaltene Amphitheater nach dem Kolosseum in Rom. Die Fassade besteht aus zweigeschossigen Arkadenbögen, die einstmals noch mit weißem- und rosafarbenem Marmor verkleidet waren. Nach einem Erdbeben im Jahr 1117, das große Teile des Bauwerkes zerstörte, diente die Arena als Steinbruch. Seit 1913 wurde die Stätte für Opernaufführungen genutzt - erstmals mit Verdis ‚Aida’. Im Sommer finden hier seitdem Aufführungen bekannter Opern, aber auch Rock-Konzerte statt. Insgesamt 45 Reihen bieten 22.000 Sitzplätze. Umgeben wird die Arena von der ‚Piazza Bar’ – hier können Sie sich vor oder nach einer Aufführung lukullisch verwöhnen lassen – Arena und schöne Stadtpalazzi auf der Westseite fest im Blick.

Video: VERONA, Italien: Geheimtipps ABSEITS von Romeo und Julia (2017)

Doch neben der Arena gibt es noch weitere sehenswerte antike Überreste. So zum Beispiel den ‚Arco dei Gavi’ auf einem Platz am Ende des ‚Corso Cavour’. Der römische Ehrenbogen stammt aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. und wurde nach seinem Abriss im Jahre 1805 durch die französischen Besatzer erst nach 1932 wieder mit den originalen Trümmern zusammengebaut. Die ehemaligen Stadttore ‚Porta dei Bor Sari’ und ‚Porta dei Leoni’ sowie Überreste eines römischen Theaters sind weitere interessante Relikte.

Nicht verpassen dürfen Sie natürlich das ‚Castelvecchio’ an der Etsch, das von 1354 bis 1356 von der Famile della Scala errichtet wurde. Beeindruckend ist hier vor allem die mit Zinnen bekrönte Festungsbrücke. Heute ist im Inneren ein bedeutendes Museum mit Werken der Veroneser Malerei und mittelalterlichen Skulpturen untergebracht. Das ‚Museo Lapidarium Maffeiano’ aus der ersten Hälfte des 18. Jhd. ist hingegen eines der ältesten archäologischen Museen in Europa und widmet sich wie das ‚Museo Archeologico’ im ‚Teatro Romano’ etruskischen, griechischen und römischen Fundstücken.

Um die vielen Palazzi und stattlichen Bürgerhäuser zu besichtigen, machen Sie am Besten einen ausführlicheren Stadtrundgang, der jedoch überall gemütliche Bars, Cafés und Restaurants zum Einkehren bereit hält. Unbedingt sollten Sie den ‚Corso Cavour’ bzw. den ‚Corso Castelvecchio’ aufsuchen, denn hier finden Sie einige sehenswerte Paläste. So z. B. den 1530-1537 erbauten ‚Palazzo Scannagatti’, in dem nun das ‚Museo Civico di Storia Naturale’ zuhause ist. Auch die ‚Piazza delle Erbe’ dürfen Sie als Ferienhaus-Urlauber keinesfalls verpassen. Auf dem alten Marktplatz und Versammlungsort der einstigen Stadtrepublik stehen weitere faszinierende Bauwerke. Zunächst der alte Brunnen mit der ‚Madonna Verona’ aus dem 14. Jahrhundert, die schon kurz darauf zum Symbol der Stadt avancierte. In der dicht bebauten Häuserzeile kontrastiert dann der wuchtige barocke ‚Palazzo Maffei’ von 1668 u. a. mit dem ‚Torre del Graduelle’, dem Uhrturm aus dem 14. Jahrhundert. Davor ragt eine Marmorsäule mit dem geflügelten Markuslöwen empor – Reminiszenz an die Zeit, als die Stadt zu Venedig gehörte. Die mittelalterlichen Bürgerhäuser der ‚Casa dei Mazzanti’ mit ihren Fresken können Sie anschließend am östlichen Platzende bewundern.

Von der Piazza delle Erbe sind es dann nur noch wenige Schritte zum zweiten touristischen – und natürlich (fast) immer überlaufenen - Highlight der Stadt: der ‚Casa di Giulietta’, dem ‚Haus der Julia’ mit dem berühmtesten Balkon der Literaturgeschichte. Doch ganz erfüllt sich der Wunschtraum der Besucher nicht, denn für die Figuren in Shakespeares Welterfolg gab es keine historischen Vorbilder und somit auch keinen ‚Balkon der Julia’. Darüber hinaus wurde der Balkon erst in den 1930er Jahren nachträglich angebaut, der zuvor sogar noch Teil eines Sarkophags war ... Immerhin gehörte das heutige Haus zu einem großen Stadtpalast, der im 14. Jahrhundert Besitz der Familie Dal Capello war – und diese wurden mit den Capulets identifiziert.

Gehen Sie - hoffentlich nicht ganz enttäuscht - weiter auf ihrem Rundgang, dann kommen Sie zu den befestigten gotischen Privatpalästen der Scaliger auf der ‚Piazza dei Signori’. Sehenswert sind hier auch der ‚Palazzo del Comune’ von 1194 mit dem 83 m hohen ‚Torre dei Lamberti’ sowie der Justizpalast aus dem Jahre 1365. Die gegenüber liegende Schmalseite der Piazza nimmt der ‚Palazzo del Covern’ mit seinem Zinnenkranz ein.

Schöne Kirchen und ein zauberhafter Garten

Berühmteste Kirche der Stadt ist die romanische Basilica ‚San Zeno’ aus dem elften und zwölften Jahrhundert, die vor allem durch ihre bedeutsame Fassade mit schönem Skulpurenschmuck und großer Fensterrose fasziniert. Beeindruckend sind auch der hohe Campanile und der Wehrturm der einstigen Abtei.

Der Dom ‚Santa Maria Matricolare’ wurde im Jahre 1187 geweiht und vereint sowohl romanische als auch gotische Bestandteile. Verpassen Sie nicht das bekannte Portal von Nicolo di Pisano mit seinen beeindruckenden Skulpturen. Im Inneren führt dann vom Chor eine Tür zur Taufkirche ‚S. Giovanni in Fonte’. Hier steht das berühmte romanische Taufbecken aus einem einzigen rosafarbenen Marmormonolith.

Die größte gotische Kirche der Stadt ist hingegen die ‚Chiesa di Sant’Anastasia’, die von 1290-1481 erbaut wurde. Nur ihre Fassade blieb - wie so oft in Italien - unvollendet. Dafür ist der von hohen Marmorsäulen geteilte Innenraum reich ausgestaltet. Beachten Sie den schönen farbigen Fußboden und die Ornamente in den Gewölben. Besonders das berühmte Fresko ‚Aufbruch des hl. Georg zum Kampf mit dem Drachen’ von Antonio Pisa Nello (1433–1438) ist sehenswert, ein wichtiges Beispiel der höfischen Gotik in Oberitalien.

Die viel kleinere Kirche ‚Santa Maria Antica’ aus dem achten Jahrhundert entdecken Sie dann noch in der Nähe der ‚Piazza dei Signori’. Diese war quasi Hauskirche der Scaliger. Auf dem Privatfriedhof der Familie finden Sie die kunsthistorisch höchst bedeutsamen prunkvollen Grabmäler der Familie, die ‚Arche scaligere’.

Nach den vielen Besichtigungen sollten Sie noch unseren Tipp beherzigen: Entspannen Sie in einem der herrlichsten Gärten des Veneto: dem ‚Giardino Giusti ’aus dem 16. Jhd. mit der schon von Goethe gerühmten Zypressenallee. Bemerkenswerterweise liegt hier nicht wie ansonsten üblich der gleichnamige Palast auf dem Hügel und der Garten erstreckt sich zu dessen Füßen, sondern es ist umgekehrt: Sie steigen vom Palast im Tal durch den wunderschönen Garten mit seinen Brunnen und Skulpturen zum Hügel empor, von dem aus Sie einen wahrhaft bezaubernden Blick über Verona haben.

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